Deutschland Online

21.06.2018

Sommersonnenwende - ein Phänomen fasziniert die Menschen
Der Mittsommertag schlägt seit Jahrtausenden die Menschen in seinen Bann. Heute ist das Naturereignis vom längsten Tag und der kürzesten Nacht des Jahres schnell erklärt – in prähistorischer Zeit war es ein Rätsel.

Alles beginnt vermutlich in der Jungsteinzeit auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Menschen fangen an, die Sonne zu verehren und deshalb intensiv zu beobachten. Ihnen fällt auf, dass die Sonne zweimal im Jahr ihre Richtung ändert. An einem Tag im Winter, dann, wenn die Dunkelheit am längsten die Natur umhüllt und ihr Licht sie nur wenige Stunden erhellt, steht sie am südlichsten Punkt. Danach beginnt sie nach Norden zu wandern, die Tage werden allmählich länger. Später dann, wenn die Nacht am kürzesten und der Tag am längsten ist, passiert wieder etwas: Es ist Sommer, die Sonne steht am nördlichsten Punkt und die Tage werden anschließend allmählich kürzer.

Winter- und Sommersonnenwende

Sommersonnenwende1Natürlich wissen die Menschen damals nicht, dass die Sonne überhaupt nicht wandert, sondern fix steht. Dieser Eindruck entsteht vielmehr aufgrund der Erdbewegung, während sie innerhalb eines Jahres um die Sonne kreist. Immerhin bestimmen die Menschen der Jungsteinzeit die Wintersonnenwende (heute in der Regel am 21. Dezember) sowie die Sommersonnenwende (heute zumeist am 21. Juni) und markieren mit diesen beiden Tagen den astronomischen Winter- und den astronomischen Sommeranfang.

Bereits vor 11.000 Jahren können Forschungen zufolge Menschen im Nahen Osten den Termin der Sommersonnenwende erfassen. Auch die mindestens 5000 Jahre alte Kultstätte Stonehenge in Südengland dient zum Teil genau diesem Zweck.

 

 

Mystischer Tag

Besonders dem Tag der Sommersonnenwende oder dem Mittsommertag messen die Menschen mystische Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang entsteht auch der Mythos von der verkehrten Welt. Demzufolge steht die Welt am Tag der Sommersonnenwende einen Augenblick lang still. In den Religionen der germanischen, skandinavischen, baltischen, slawischen und keltischen Völker wird er später zum Feiertag. Ein Grund dafür mag auch die Tatsache sein, dass die sich anschließende Sommerzeit mit ihren Ernten das Überleben der Menschen sichert. Allerdings spiegelt sich darin wegen der kürzer werdenden Tage auch der Aspekt des Todes und der Vergänglichkeit.

Christliche Prägung

Mit dem Ausbreiten des Christentums wird etlichen zuvor heidnischen Feiertagen mit ihren Riten und Bräuchen eine christliche Deutung implantiert. Das gilt auch für die Winter- und Sommersonnenwende, die in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt nach dem damals geltenden Julianischen Kalender um den 24./25. Dezember, bzw. 24./25. Juni liegen.

Seit dem Jahr 336 ist in Rom der 25. Dezember als kirchlicher Feiertag belegt. Gefeiert wird Weihnachten, der Geburtstag des menschgewordenen Gottessohnes Jesus Christus. Die frühe Christenheit bezeichnet ihn als "verus Sol", also als die "wahre Sonne". Zuvor war dieser Tag dem römischen "Sol invictus" gewidmet, dem "unbesiegten Sonnengott". Die Belegung dieses Termins passt bestens in die christliche Bilderwelt, symbolisiert dieser Tag doch die Wiederkehr des Lichtes, die Leben schaffende, nie versiegende Kraft der Sonne. Damit hat die Wintersonnenwende einen starken christlichen Bezug bekommen.

Mit der Sommersonnenwende gelingt dies ebenfalls. Im Evangelium nach Lukas ist überliefert, dass Johannes der Täufer ein halbes Jahr vor Jesus geboren wurde. Deshalb wird der Geburtstag des jüdischen Bußpredigers, Propheten und Wegbereiters Jesu Christi auf den 24. Juni festgelegt. Der Tag der Sommersonnenwende heißt seitdem auch Johannistag. Es gelingt also auf diese Weise, den Anschluss an die viel älteren Bräuche zu den Sonnenwenden herzustellen.

Sommersonnenwendfeiern in Europa
In Deutschland und weiten Teilen Europas wird der Tag zur Sommersonnenwende zumeist am Johannistag gefeiert – aber keineswegs flächendeckend. Vielmehr gibt es regionale Schwerpunkte.

Ganz anders in Skandinavien und dem Baltikum. In Schweden, Finnland oder Estland ist der Mittsommertag fast so beliebt wie Weihnachten, in Lettland sogar der populärste Feiertag. Eines haben die Feiern vom Nordkap bis in den Süden Spaniens gemein: Überall werden große Feuer entzündet. Deren Bedeutung und andere bemerkenswerte Details der Sommersonnenwendfeiern in Europa zeigt die Bildergalerie.

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20.06.2018

Astro_Alex geht's fantastisch!
Neun Fragen, neun Antworten. Alexander Gerst gab eine Pressekonferenz, live von der Internationalen Raumstation, ISS. Er schwebte, die Journalisten saßen auf harten Stühlen und beneideten ihn. Auch die Reporter der DW.

Neun Fragen durften die Journalisten stellen. Mehr nicht. Die erste Pressekonferenz von Alexander Gerst von der ISS war eng getaktet - 20 Minuten wurde den Medienvertretern eingeschärft, keine Minute länger, keine Zwischenfragen, kurzhalten.

"Die NASA, die die Verbindung herstellt, ist da streng", erklärte Matthias Maurer, der zweite deutsche Astronaut der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Er führte durch die Veranstaltung, vertrieb den wartenden Journalisten die Zeit mit Interviews, Geschichten aus dem Leben eines Astronauten und stellte schließlich die Verbindung über Houston Texas her - dort ist der Sitz der NASA.

Und plötzlich, pünktlich auf die Minute ist Alexander Gerst da, schwebt in seinem bekannt-blauen Raumanzug durch das Columbus-Modul der ISS, schnappt sich ein ebenso herumschwebendes Mikrofon und strahlt ins Astronautentrainingscenter in Köln.

"Meine Muskeln haben sich erinnert"

Faszinierend, wie gut Bild und Sound mittlerweile ankommen. Immerhin rast die Raumstation mit 28.000 km/h um die Erde - und das in einer Höhe von durchschnittlich 400 Kilometern.

Er fühle sich fantastisch, versichert Alexander fröhlich. Es habe sich so angefühlt als sei er gar nicht weg gewesen. "Selbst das Schweben klappt, mir ist nicht schlecht geworden, keine Weltraumkrankheit." Sogar seine Muskeln, erzählt er DW-Reporter Zulfikar Abbany, hätten sich irgendwie daran erinnert, wie das ist mit Bewegungen in der Schwerelosigkeit. Auch mit seinen Experimenten habe er schon begonnen, "ich war wirklich sehr fleißig am Wochenende und gestern und heute".

Natürlich gab es auch Fragen zur anstehenden Fußball-WM: "Haben Sie mit ihren Kollegen gewettet? Und worum?" Und tatsächlich: Alexander steigt breit grinsend darauf ein. Sein Crew-Kollege, der Russe Sergei Prokopjew, habe sich darauf eingelassen, "dass wenn die russischen Mannschaft gewinnt, mir die russische Flagge auf die Stirn gemalt wird. Wenn die deutsche Mannschaft gewinnt, wird er meinen Haarstil kopieren", lacht Alexander Gerst verschmitzt, holt einen "original lizenzierten" WM-Ball aus der Luft und lässt ihn vor sich her schweben.

Wer die WM gewinnen wird, will Alexander aber nicht beantworten: "Wir bei der ESA sind ja mehr auf Wissenschaft spezialisiert als auf Prophezeiungen."

Umweltzerstörung auf der Erde sichtbar

Astro Alex1Ob er Veränderungen auf der Erde feststellen könne, seit seinem letzten Aufenthalt? Veränderung durch Umweltzerstörung? Ja, sagt Astro-Alex, die seien offensichtlich: "Ich habe beim Rausschauen über dem Amazonas schon wieder große Gebiete gesehen, die einfach grün sind, wo Gras wächst oder Felder sind, statt des dunkelgrünen Waldes, der dort sein sollte."

Das mache einen schon nachdenklich, denn "wir haben keinen Planeten B." Das Klimasystem der Erde zu bewahren, so Alex, sei "unsere Pflicht und unsere Verantwortung für die nächsten Generationen".

Anders sei, erzählt der 42-Jährige, dass er bei dieser Mission "Horizons" mehr Verantwortung habe als 2014 - bei seinem ersten Aufenthalt auf der Raumstation. Schon beim Anflug in der vergangenen Wochemusste er als Kopilot der Sojus-Kapsel sehr viel arbeiten. "Die Romantik fehlte ein bisschen", lacht er.

Sechs Monate wird Alexander Gerst auf der ISS bleiben, in den nächsten Wochen wird er peu à peu in seine neue, große Rolle als erster deutscher Kommandant der ISS hineinwachsen. Diese Aufgabe wird er ab Oktober übernehmen.

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19.06.2018

Stipendiaten-Residenz: Steinmeier eröffnet Thomas-Mann-Haus in Los Angeles

Noch vor zwei Jahren drohte der alten Thomas-Mann-Villa in Los Angeles der Abriss. Dann kämpften Kulturschaffende und Politiker um ihren Erhalt. Jetzt kam sogar der Bundespräsident zur Wiedereröffnung nach Kalifornien.

Bei der Eröffnung betonte der Bundespräsident die Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und den USA trotz aller aktuellen Spannungen: "Das Ringen um Demokratie, das Ringen um eine freie und offene Gesellschaft ist das, was uns, die Vereinigten Staaten und Deutschland, auch weiterhin verbinden wird", sagte Frank-Walter Steinmeier laut Redemanuskript. Die Eröffnung sei "in diesen stürmischen Zeiten auch ein wunderbarer Augenblick für die Freundschaft zwischen unseren Ländern."

Gegen Verkauf und Abriss waren in Deutschland Autoren, Verleger und Künstler Sturm gelaufen. Steinmeier, damals noch Bundesaußenminister, griff - ebenso wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters - die Idee auf, der deutsche Staat könne das Gebäude am 1550 San Remo Drive kaufen und zu einem Erinnerungs- und Begegnungsort ausbauen.

Umbau zur Stipendiaten-Residenz

Für das "Weiße Haus des Exils", wie Steinmeier es damals nannte, zahlte Deutschland einem kalifornischen Luxusmakler rund 13 Millionen Dollar. Das Haus, in dem Thomas Mann (1875-1955) den Musikerroman "Doktor Faustus", "Lotte in Weimar", Teile von "Joseph und seine Brüder" und von "Felix Krull" geschrieben hat, liegt am westlichen Rand von Los Angeles. Zwar ist es mit 489 Quadratmetern nicht besonders groß, dafür sehr geschichtsträchtig. Der Schriftsteller ließ es während seines Exils von dem aus Breslau stammenden Architekten Julius Ralph Davidson bauen und wohnte hier von 1942 bis 1952. Thomas Mann hatte seine Heimat 1938 verlassen. In den USA wurde er Oberhaupt des intellektuellen Exils. "Wo ich bin, ist Deutschland", ließ er seine Anhänger wissen.

Mann1Hier entstand nun, in mehrmonatigem Umbau (Kostenpunkt: rund fünf Millionen Dollar), eine Residenz für Stipendiaten. Als erster zieht in diesen Tagen der Schauspieler Burghart Klaußner ("Das weiße Band") ein, gefolgt von der Berliner Soziologin Jutta Allmendinger, dem in Göttingen lehrenden Literaturwissenschaftler und Thomas-Mann-Forscher Heinrich Detering und dem Mikroelektroniker Yiannos Manoli. Auch die Journalistin Sylke Tempel war ausgewählt worden, doch kam die Politik-Expertin zwischenzeitlich bei einem Sturm in Berlin ums Leben.

Allmendinger nannte ihr Fellowship gegenüber der Deutschen Welle jetzt "ein riesiges Geschenk". Wie die anderen Fellows wird sie ihren mehrmonatigen Kalifornien-Aufenthalt auch für Reisen durch die USA und Gespräche nutzen, als eine Art "Botschafterin für Deutschland in die US-Zivilgesellschaft". Auch der Freiburger Mikroelektronik-Experte Manoli will während seines Fellowships für deutsche Kultur und Wissenschaft werben. "Ich freue mich besonders auf den Austausch mit Forscherkollegen", so Manoli auf Nachfrage.

Arbeitszimmer von Thomas Mann erhalten

Beim Umbau habe man einen "gesunden Kompromiss zwischen Respekt gegenüber der Originalsubstanz und den Anforderungen an ein modernes Kulturhaus" finden müssen, so der Programmdirektor des Thomas-Mann-Hauses, Nikolai Blaumer. In der langgestreckten Villa lebten Thomas und Katia Mann mit ihren sechs Kindern. Die vier Stipendiaten werden sich das Haupthaus teilen, ein Fünfter kann in einem neuen Gästehaus am Pool unterkommen.

Mann2Das geschichtsträchtige Haus wurde von Grund auf saniert. Im Obergeschoss gibt es mehrere kleine Räume, die als Schlafzimmer dienten. Im Erdgeschoss ist unter anderem ein großes Wohnzimmer mit Glasfront zum Garten. Der Grundriss blieb erhalten, doch vom alten Innenausbau ist nicht mehr viel übrig. Lediglich das historische Herzstück im Parterre, Manns früheres Arbeitszimmer, in dem der Literaturnobelpreisträger und Hitler-Gegner in den Kriegsjahren seine BBC-Radioansprachen "Deutsche Hörer!" zu Papier brachte, wurde erhalten.

Nur wenige Kilometer vom Thomas-Mann-Haus entfernt, in der früheren Exilanten-Herberge des Schriftstellers Lion Feuchtwanger, betreibt Deutschland seit 1995 eine weitere Künstler-Residenz - als Ort für den deutsch-amerikanischen Kulturaustausch. Der deutsche Film feiert hier traditionell seine Oscar-Party.

Für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war die offizielle Einweihung des "Thomas Mann House" am Montag (18.06.) ein wichtiger Stopp auf seiner mehrtägigen Kalifornien-Reise. Am Dienstag (19.06.) soll er bei der begleitenden Konferenz "The Struggle for Democracy" ("Ringen um Demokratie") im nahegelegenen Getty Center die Eröffnungsrede halten. 

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15.06.2018

Sanierung des Freiburger Münsterturms ist abgeschlossen
Wahrzeichen, Werbe-Ikone und Wunder der Architektur: Der Turm des Freiburger Münsters zieht die Blicke auf sich. Jahrelang aber war er von Baugerüsten verhüllt.

Freiburg1Noch wenige Wochen, dann kann der Freiburger Münsterturm erstmals seit 2006 ohne Baugerüst bewundert werden. "Eine Mammutaufgabe liegt hinter uns. Jetzt müssen nur noch die Gerüstbauer die verbliebene Konstruktion sicher auf den Boden zurückbringen", sagt Münsterbaumeisterin Yvonne Faller. Mitte September soll es so weit sein. Dann lädt die Münsterbauhütte zum Abschlussfest auf den Münsterplatz ein.

Im Verhältnis zur sieben Jahrhunderte dauernden Geschichte des Freiburger Wahrzeichens sind zwölf Jahre Sanierung ein Wimpernschlag. Und doch wuchs zuletzt bei vielen die Ungeduld, "ihr Münster", ihre Bürger- und Bischofskirche, endlich gerüstfrei erleben zu können. "Natürlich wären wir gerne schneller fertig geworden", sagt Faller. "Aber zu Beginn hätten wir nie gedacht, welche enormen Herausforderungen auf uns warten."

Das Ausbessern schadhafter Buntsandsteine, filigraner Zierelemente, die Restaurierung von Maßwerken und Figuren - das war Routine. Schockiert waren die Experten, als sie entdeckten, dass das von den Baumeistern im Mittelalter erdachte Ringankersystem Schaden genommen hatte und die Stabilität des gesamten "Turmhelms", der luftig konstruierten 40 Meter hohen Turmspitze gefährdet war. Mehrere Ecksteine, auf denen ein Großteil des Gewichts des insgesamt 620 Tonnen schweren Turmhelms liegt, waren beschädigt. Und die in ihrem Inneren verbauten Metallringe, die als Anker für stabilisierende Metallstangen dienen, durchgerostet.

"Es war der kritischste Moment der gesamten Sanierung", erinnert sich Projektleiter Thomas Laubscher. Erfahrungen von anderen Kirchtürmen gab es nicht, da die Freiburger Konstruktion weltweit einzigartig ist. Erst nach aufwendigen statischen Modellrechnungen und monatelange Debatten konnten Lösungen gefunden werden, um die Stabilität des Turms zu sichern und gleichzeitig keine weithin sichtbaren Eingriffe nötig zu machen. Kurzzeitig war angedacht worden, große Metallseile von außen um den Turm herum zu legen. "Das konnten wir zum Glück verhindern", so Laubscher. Stabilisierende Verspannungen wurden nahezu unsichtbar eingebaut.

Insgesamt ersetzten die Steinmetze 121 schadhafte Steine und reparierten 225 Steinteile. Dabei musste fast keiner der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Originalsteine ausgetauscht werden. "Die meisten Beschädigungen gab es bei Bauteilen, die bei vorherigen Sanierungen, vor allem in den 1920er und 1960er Jahren, schon einmal ersetzt wurden", so Laubscher. Bis heute sind mehr als 80 Prozent der Buntsandsteine Turmhelms die Originale. "Die Fähigkeiten unserer mittelalterlichen Vorgänger sind verblüffend."

Ein Prinzip der Sanierung war es, wo immer möglich, auf moderne Materialien zu verzichten. Und diese Bewahrung des historischen Schatzes hat nun sogar die Weltkulturorganisation geadelt: Die Deutsche Unesco-Kommission nahm das Münsterbauhütten-Handwerk als Immaterielles Kulturerbe in das nationale Verzeichnis auf.

Die Restauratoren sind sich sicher, dass der Turm für die kommenden Jahrzehnte gut dastehen wird. "In 50 Jahren wäre es sicher gut, mal wieder einen genaueren Blick darauf zu werfen, um erste kosmetische Reparaturen anzugehen. Aber unser Anspruch ist schon, für die Ewigkeit zu arbeiten", sagt Laubscher. Vorausgesetzt, dass Schäden nicht durch Vandalismus entstehen. Zuletzt kletterten Unbekannte nachts auf den Turm und hängten ein Kinderfahrrad und eine Gitarre auf.

Der Respekt für die gotische Kathedrale aber überwiegt. Dies wird auch bei der Finanzierung der Sanierung deutlich: Denn ein Löwenanteil des Gesamtetats von 13 Millionen Euro stammt aus Spenden und Stiftungen. Von Kirche, Stadt und Land kamen rund 5 Millionen Euro. Und Spenden und öffentliche Mittel werden auch künftig dringend gebraucht, wie Münsterbauvereinschef Sven von Ungern-Sternberg betont. "Das Münster in Ehren zu halten und zu erhalten, das ist eine Herausforderung für jede Generation." Nach dem Turm geht es jetzt an den Chor. Geplante Sanierungsdauer: zehn Jahre.

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14.06.2018

"Ein einzigartiger Mensch": Wim Wenders' neue Doku über Papst Franziskus
Wim Wenders wollte keinen Film über, sondern mit dem Papst machen. In seiner Doku "Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes" kam er dem Oberhaupt der Katholischen Kirche so nah wie nie jemand zuvor.

WimWendersSo nah kam noch kein Film einem Papst. Der deutsche Regisseur Wim Wenders tüftelte seit Ende 2013 an seinem Dokumentarfilm über das katholische Kirchenoberhaupt. Das 96-minütige Werk "Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes", das beim Festival in Cannes außerhalb der Konkurrenz im Wettbewerb lief, und diesen Donnerstag (14.06.2018) in die deutschen Kinos kommt, ist eine Reise mit und zu diesem merkwürdigen Mann, eine Begegnung und Meditation im besten Wenders-Stil.

Zu Beginn blickt die Kamera lange auf Assisi, das Städtchen in Mittelitalien. Seit dem Wirken von Franz von Assisi (1181-1226) ist Assisi so etwas wie ein katholisches Gegen-Rom. Franz, das Kind reicher Leute, wendete sich radikal den Armen zu, machte sich regelrecht nackt vor seinem Gott, entdeckte die Welt, die Schöpfung neu. Wenn die sonore Stimme von Wim Wenders diese Geschichte minutenlang aus dem Off erzählt, dann erinnert das auch an Passagen aus "Der Himmel über Berlin" oder an "Salz der Erde". Schon in diesem Beginn ist der Film auch eine "Meditation über die Zeit".

Die Kamera tritt mit Jorge Mario Bergoglio, der plötzlich zu Papst Franziskus geworden ist, aus dem Konklave auf den Balkon des Petersdoms. Und sie reist mit ihm um die Welt: in eines der gefährlichen Elendsviertel von Rio, einen Knast in den USA, auf die Flüchtlingsinsel Lampedusa, zu einer schäbigen Roma-Siedlung am Rande Roms, zu Opfern eines Wirbelsturms auf den Philippinen. Es sind zum Teil unveröffentlichte brillante Bilder aus dem Fundus des Vatikan.

Auf den Fersen des Papstes

Die sogenannten Großen der Welt, Trump, Obama, Putin oder auch Merkel, kommen am Rande vor, Gesichter nur für Sekunden. Ja, Franziskus trifft sie. Aber begegnen tut er anderen. In Rio de Janeiro zum Beispiel. Da rollt das Papamobil durch die Straßen, während die Menge am Straßenrand jubelt. Franziskus winkt hier, segnet da. Eine lange, rasche Fahrt, wie ein Sog, im Film untermalt von dem Gesang der Südamerikanerin Mercedes Sosa. Bis Franziskus abrupt anhalten lässt. Er hatte eine alte Ordensschwester in der Menge entdeckt, der er 1969 (!) begegnet war. Zwei Alte, die einander lange herzen. Später sagt Schwester Maria Eufemia mit ihren strahlenden Augen in die Kamera: "Gott schickt uns den Papst, den die Welt gerade braucht." Momente wie diese sind besondere Begegnungen des Franziskus. Umarmungen mit Strafgefangenen, Berührungen mit Kranken.

Das sterbenskranke Kind

Irgendwann erzählt Franziskus der Kamera, wie er vom Wunsch eines schwerst krebskranken Achtjährigen erfuhr, einmal mit dem Papst zu sprechen. So rief er dort an, das Kind schlief. Der Papst landet auf der Mailbox, hinterlässt Grüße. Ein zweites Mal, wieder vergeblich. Schließlich erreicht er die Mutter. Der arg geschwächte Junge kann ihm nur noch zuhören, dann dankt er dem Papst. Stunden später, sagt er, sei das Kind verstorben. Und er zitiert dessen "Grazie, Grazie". Aber das Leid in der Welt treibt diesen Papst um.

Dass die langen Gesprächspassagen, die aus insgesamt vier Interviews mit Franziskus stammen, so dicht und nah wirken, erreichte Wenders mit einem technischen Trick. Er selbst wollte nicht als Interviewer im Film auftauchen. So spricht Franziskus direkt mit einer Kamera mit einem Teleprompter. Doch statt eines Textes zeigt das Gerät das Gesicht von Wenders. Franziskus hört dessen Fragen, antwortet seinem gegenüber und spricht durch Wenders in die Kamera. Auch das nimmt den Betrachter mit hinein in eine Nähe, die gelinde gesagt ungewöhnlich ist. Man hört, passend zur Nähe, das schöne, langsame Italienisch des Franziskus und liest die Untertitel.

Nicht ein Film über den Papst, sondern ein Film mit ihm

Er habe, sagte der 72-jährige Wenders in einem Interview, nicht "einen biografischen Film über Franziskus" machen wollen, "sondern einen Film mit ihm". Ihm gehe es um die Ideen dieses Papstes. Und Wenders nannte dessen Offenheit gegenüber allen Menschen, für die sozialen Probleme der Welt, "insbesondere auch der immensen Herausforderung der drohenden Klimakatastrophe. Damit ist er sehr einzigartig."

Wie sehr Franziskus und das System Kirche da auch in Spannungen stehen, das zeigt beispielhaft ein Detail. In dem Film pocht der Papst bei einem der zwischen 2013 und 2016 geführten Interviews auf "Null Toleranz" gegenüber Kindesmissbrauch durch Kirchenleute. "Die Kirche muss die Schuldigen bestrafen", Aufklärung unterstützen und mit staatlicher Justiz zusammenarbeiten.

Keine Toleranz gegenüber Pädophilie in der Kirche

Er sagt das sehr ernst, es wirkt zutiefst entschieden. In den ersten Monaten dieses Jahres treibt Franziskus kaum ein anderes Thema mehr um als Fälle von Pädophilie durch Kleriker in Chile, die er selbst, als er das Land im Januar besuchte, als unbewiesen abtat. Ein Gau. Mehrfach entschuldigte er sich öffentlich, sprach mit Opfern, bestellte alle Bischöfe Chiles nach Rom ein. "Null Toleranz", sagt er im Film. "Es gibt keinen anderen Ausweg: Null Toleranz."

Das Beispiel zeigt die Kluft zwischen diesem System und jenem Franziskus, der sich mit seiner Wahl auf den Weg gemacht hat. Man hört der so warmen, ruhigen Stimme von Wim Wenders, der den Film selbst vertonte, die Verwunderung darüber an, dass niemand zuvor sich nach seiner Papstwahl für den Namen Franziskus entschied, diesem "Revolutionär nicht nur der gesamten Christenheit, sondern der ganzen Menschheit".

Wim Wenders wagt einen fast zärtlichen Film über oder auch mit diesem Franziskus, für ihn eine "sehr einzigartige" Gestalt. Es ist kein Film über die Kirche. Und doch: Der Film zeigt, dass diese knapp 2000 Jahre alte Institution - Gemeinschaft von Glaubenden, mal gewaltiges Machtsystem, mal globale Aufbruchsbewegung - nach diesem Mann "vom Ende der Welt" nicht mehr dieselbe sein wird, nicht mehr dieselbe sein kann.

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12.06.2018

Wissenschaftler-Ehepaar Assmann bekommt Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Aleida und Jan Assmann haben zum kulturellen Gedächtnis und zu Hochkulturen geforscht. Jetzt wird das Paar mit einem der bedeutendsten Kulturpreise Deutschlands ausgezeichnet.

Die 71-jährige Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann greife die virulenten Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur auf, heißt es zur Begründung der Preisverleihung. "Angesichts einer wachsenden politischen Instrumentalisierung der jüngeren deutschen Geschichte leistet sie in hohem Maße Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation", teilte die Jury am Dienstag (11.06.2018) in Berlin mit.

Ihr Ehemann, Jan Assmann (79), hat als Ägyptologe mit seinem umfangreichen Werk internationale Debatten zu den kulturellen und religiösen Konflikten unserer Zeit angestoßen, urteilte die Jury. Mit seinen Schriften zum Zusammenhang von Religion und Gewalt sowie zur Genese von Intoleranz und absolutem Wahrheitsanspruch leiste er einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen.

Der Stiftungsrat des Friedenspreises, eine unabhängige Jury, wählt alljährlich den Preisträger aus Vorschlägen, die zuvor eingereicht wurden. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird am 14. Oktober in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

Friedenpreis2Auszeichnung, die weltweit Publizität schafft

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist ein internationaler Friedenspreis. Die Auszeichnung wird jährlich anlässlich der Frankfurter Buchmesse in der Frankfurter Paulskirche an eine Persönlichkeit verliehen, die, wie es in den Statuten heißt, "in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat."

Der Preis wurde seit 1950 68 Mal verliehen, davon zehn Mal an eine Frau. Im vergangenen Jahr wurde die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ausgezeichnet. Davor ging der Preis an die Publizistin Carolin Emcke (2016) und den deutsch-iranischen Schriftsteller Navid Kermani (2015).

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11.06.2018

Bachs größte Kantaten-Hits

Von den beinahe 200 Kantaten Johann Sebastian Bachs die "besten" auszusuchen, ist ein schier unmögliches Unterfangen: Jede einzelne ist irgendwie perfekt. Drei führende Bachexperten ließen sich dennoch darauf ein.

Peter Wollny, Direktor des Leipziger Bach-Archivs, Michael Maul, frischgebackener Intendant des Bachfests und Sir John Eliot Gardiner, britischer Dirigent, Präsident des Bach-Archivs und Ideengeber des Experiments:

Diese drei Experten hatten die Qual der Wahl. In einem mühseligen Selektionsprozess kam Maul auf 33 Kantaten, die die absolut "besten" seien, Gardiner auf 38 und Wollny sogar auf 52.

Bemerkenswert: Immerhin 15 Bach-Kantaten tauchen in den "Best of"-Listen aller drei Experten auf - um so erstaunlicher, weil sie sich nicht abgesprochen hatten. Wollny, Maul und Gardiner wurden dann irgendwann einig und verständigten sich auf eine Liste von 33 Kantaten. Der Weg dorthin war mehr als nur ein intellektuelles Spiel für Insider.

Jetzt gerade - am Eröffnungswochenende des diesjährigen Bachfests in Leipzig - wird die Liste abgearbeitet und aufgeführt: 10 Konzerte und 18 Stunden Musik innerhalb von 48 Stunden. Hartgesottene Bachfans sitzen auf den harten Bänken der Leipziger Thomas- und Nikolauskirche und erleben den kompletten Zyklus. Wer tut sich so etwas an?

Man braucht nur zu den großen Rockfestivals wie etwa "Rock am Ring" oder den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth zu schauen, um ähnlich musikverrückte Spezies zu finden. Der Pass zum kompletten Leipziger "Kantatenring" war denn auch bereits vor sechs Monaten ausverkauft. Besucher kamen von weit angereist, sogar aus Neuseeland.

Das Kantaten-Einmaleins

Aber was bitteschön ist denn überhaupt eine Kantate? Der Begriff kommt vom italienischen Wort "cantare", hat also mit dem Singen zu tun. Eine Kantate ist ein Vokalwerk, dauert im Durchschnitt etwa 20 Minuten und enthält mehrere kurze Stücke mit Sologesang, Chorgesang und instrumentaler Begleitung - oder auch mal alles zusammen.

Der Name einer Kantate ist meist auch der Name eines bekannten Kirchenliedes, und die Melodien und musikalischen Motive des Liedes tauchen dann auch in der Kantate auf. Kirchenkantaten wurden zur Bach-Zeit während des Gottesdiensts aufgeführt, und die gesungenen Texte bezogen sich auf das jeweilige Evangelium des Sonntags. Daher gibt es spezifische Kantaten für die jeweiligen Sonntage im Kirchenjahr.

Woche für Woche schrieb Bach Kantaten und führte sie anschließend mit seinem Knabenchor, den Thomanern, auf. Das erklärt auch seine Motivation, das ansonsten wenig attraktive Amt als Kantor der Thomaskirche in Leipzig zu übernehmen: Er wollte eine "wohl geordnete Kirchenmusik" hinterlassen - war das vielleicht ein Hinweis darauf, dass Bach Musik für mehr als nur lokale Zwecke und eigene Bedürfnisse schrieb? Hätte er je ahnen können, dass 333 Jahre nach seiner Geburt die Aufführung von 33 Kantaten an seiner letzten Wirkungsstätte weltweite Beachtung finden würde?

Nicht "Bach", sondern "Meer"

"Nicht Bach, Meer sollte er heißen!" sagte Ludwig van Beethoven einmal über den Komponisten - und spielte damit auf dessen allumfassendes Lebenswerk an. In diesem sind die Kantaten wie einzelne Inseln, die es immer wieder anzusteuern lohnt. Schon beim ersten Hören kann man dieser Musik etwas abgewinnen: Sie ist eingängig, attraktiv - und je mehr man sie hört, desto interessanter wird sie.

Aus den 33 "besten" Kirchenkantaten haben wir in unserer Bildergalerie oben eine völlig subjektive Auswahl getroffen. Klicken Sie auf die Galerie - und lassen Sie es uns wissen, falls Sie dabei etwas Neues für sich entdeckt haben oder Ihre Lieblings-Bachkantate nicht darunter finden!

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07.06.2018

Die schönsten Brunnen und Fontänen Europas

Wasser zieht Menschen magisch an. Gerade dann, wenn es auf besondere Art und Weise in Szene gesetzt wird. Wie bei diesen Brunnen und Fontänen.

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06.06.2018

Alexander Gerst und die Mission Horizons - Der Start zur Internationalen Raumstation ISS

Heute fliegt Alexander Gerst erneut zur Internationalen Raumstation. Sechs Monate soll sein Aufenthalt im All dauern. Die Hälfte der Zeit wird er - als erster Deutscher - Kommandant der Raumstation sein.

Gerst2Es wird ernst: Heute steigt Alexander Gerst in Baikonur in die Sojus-Rakete, um ein zweites Mal ins All zur Internationalen Raumstation (ISS) zu fliegen. Der deutsche Astronaut wird zusammen mit der US-Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor und dem russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew starten.

Beim Verlassen des Kosmonautenhotels am Morgen strahlte "Astro-Alex" und winkte in seinem blauen Overall in die Menge. Nach dem Wecken konnte er ein letztes Mal alltägliche Dinge auf der Erde genießen: "Eben aufgestanden und zum letzten Mal in 6 Monaten geduscht", twitterte er. Zum Frühstück gab es demnach Kascha, eine Art Grütze zum Beispiel mit Buchweizen oder Haferflocken. Vom Hotel fuhren die Astronauten zum Weltraumbahnhof. Dort schlüpften sie in ihre Reise-Raumanzüge und sahen - getrennt durch eine Glasscheibe - noch einmal ihre Familien. Danach ging es im Bus zur Startrampe. Um kurz vor elf Uhr MESZ zwängten sich die drei in die Sojus-Kapsel auf der inzwischen vollbetankten Rakete. Bis zum Start folgen Sicherheits-Checks. Wie genau der Ablauf am Starttag durchgetaktet ist, zeigt der Zeitplan aus dem Blog von Alexander Gerst:

04:10 Uhr MESZ: Die Weltraumcrew im Hotel Kosmonaut in Baikonur steht auf.
07:25 Uhr: Die Astronauten verlassen das Hotel und machen sich auf den Weg ins Gebäude 254.
08:41 Uhr: Gerst und seine Kollegen ziehen ihre Raumanzüge an.
09:40 Uhr: Die Astronauten verabschieden sich durch eine Glasscheibe von ihren Familien.
10:11 Uhr: Gerst und seine Kollegen verlassen das Gebäude 254 und steigen in den Bus zum Startplatz.
10:46 Uhr: Dort angekommen, gehen die Astronauten an Bord des Raumschiffs Sojus MS-09.
12:34 Uhr: Nach einer technischen Überprüfung beginnt die Kontrolle der Raumanzüge.
13:08 Uhr: Die Internationale Raumstation befindet sich genau über Baikonur.
13:12:31 Uhr: Zehn Sekunden vor dem Start der Sojus MS-09 laufen die Turbopumpen des Motors in Fluggeschwindigkeit.
13:12:41 Uhr: Die Astronauten starten ins All.

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01.06.2018

Kleine Einführung in den deutschen Schrebergarten

Für manch deutschen Städter ist er der Rückzugsort schlechthin im Sommer: der Schrebergarten. Wir zeigen, was man über die eigentümlichen Parzellen mit Häuschen, Beeten und Gartenzwergen wissen muss.

Immer mehr Leute zieht es in die Stadt - aber trotzdem möchten sie nicht aufs Pflanzen, Gießen und Unkrautjäten verzichten. So ist Urban Gardening in den vergangenen Jahren ziemlich hipp geworden. Tatsächlich reicht die Geschichte von Gärten in deutschen Städten aber deutlich weiter zurück als nur ein paar Jahre, nämlich bis ins 19. Jahrhundert, die Zeit der Industrialisierung und Urbanisierung.

Die neuen Gärtner von heute haben wiederentdeckt, wie viel Spaß es macht, die Erde umzugraben und mögen die Idee, mit dem Anbau des eigenen Gemüses ein Statement gegen Konsum zu setzen. Der Schrebergarten diente ursprünglich einem weitaus ernsthafteren Zweck: Er sollte dabei helfen, die extreme Armut und Mangelernährung städtischer Familien zu bekämpfen. Daher hießen Schrebergärten anfangs auch "Armengärten".

Zu ihrem heutigen Namen kamen die Schrebergärten durch den Leipziger Arzt Moritz Schreber: Es war der Leipziger Schuldirektor Ernst Innozenz Hausschild, der 1864 die von ihm gegründeten Schreberplätze, auf denen Kinder von Fabrikarbeitern unter der Aufsicht von Pädagogen spielen konnten, zu Ehren Moritz Schrebers nach diesem benannte. Im Laufe der Zeit wurden aus den Schreberplätzen Gärten - und Rückzugsorte für die ganze Familie.

Ohne die dort angebaute Nahrung hätten manche Familien im Ersten und Zweiten Weltkrieg nicht überleben können.

Gerade für Leute, die zum ersten Mal in Deutschland sind, mögen die umzäunten Gartenkolonien, mit ihren kleinen Häuschen, die sich oftmals entlang von Eisenbahnschienen reihen, seltsam wirken. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie und erfahren Sie noch mehr über diese typisch deutschen Gärten.

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