Deutschland Online

21/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/wichtige-deutsche-begriffe-f%C3%BCr-die-sommerzeit/g-39326521

Kultur

Wichtige deutsche Begriffe für die Sommerzeit

Von "Affenhitze" bis "Reiserücktrittsversicherung" - auch für den Sommer gibt es unverzichtbares deutsches Vokabular. Wer diese elf Begriffe kennt, kommt gut gerüstet durch die deutsche Sommerzeit.

Urlaubsreif
Wenn draußen die Sonne lockt und drinnen die Büroluft stockt, ist es wieder so weit: Der hart arbeitende Deutsche ist urlaubsreif. Reif wie eine Sommerfrucht lässt er sich zum langen Sommerurlaub vom Bürostuhl in den Liegestuhl plumpsen. Ob der am Meer, an einem See oder in den Bergen aufgestellt wird, ist einerlei - für eine richtige Arbeitspause bleibt der Laptop aber wohl besser Zuhause

Fernweh / Heimweh
Die Wehmut ist ein weit verbreitetes Gefühl unter Deutschen: Sie können es sowohl für Ferne ("Fernweh") als auch für die Heimat ("Heimweh") empfinden. Wobei das Fernweh im Allgemeinen zu überwiegen scheint: Reisende aus Deutschland haben im weltweiten Vergleich stets am meisten für den Auslandsurlaub ausgegeben (übertroffen nur von chinesischen Urlaubern im Jahr 2012).

All-In Urlaub
Die Abkürzung für Urlaub "all inclusive" steht für nichts weniger als die Verkürzung täglicher Pflichten: Kein Einkaufen, kochen, waschen. In Feriendörfern, Hotelanlagen und Ressorts können deutsche Urlauber nach Herzenslust essen und trinken - bei "all inclusive" ist alles im Preis inbegriffen. Aber Vorsicht: Wer einen solchen Pauschalurlaub macht, trifft meist Horden anderer Deutscher am Pool.

Reiserücktrittsversicherung
Deutsche gehen gerne auf Nummer sicher: Die Reiserücktrittsversicherung ist in einem Reigen möglicher zungenbrecherischer Versicherungen (etwa Hochzeitsausfallversicherung, Betonbrückenpfeilerversicherung oder Schwangerschaftsrisikoversicherung) eine der sinnvolleren: Kann wegen Krankheit oder politischen Krisen in der Urlaubsregion die Reise nicht angetreten werden, gibt es das Geld zurück.

Stau
In den 16 Bundesländern Deutschlands beginnt der sechswöchige Sommerurlaub zu jeweils verschiedenen Zeiten. Warum? Damit die Auoreisenden nicht alle gleichzeitig die Straßen verstopfen. Trotzdem ist Stau zu Beginn der Urlaubszeit weit verbreitet. Besser wäre es, in der Mitte der Woche loszufahren anstatt am Wochenende. Oder direkt in die Bahn umsteigen.

Sommerfrische
Im 19. Jahrhundert beliebt, wirkt der Ausdruck Sommerfrische heute etwas aus der Zeit gefallen. Das Wörterbuch der Gebrüder Grimm beschreibt ihn als "Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit". Das hatte auch etwas mit schlechten Abwassersystemen in der Stadt zu tun. Die Landlust der Städter im Sommer ist aber weiterhin aktuell.

Affenhitze
Die Englischsprachigen schwitzen wie die Schweine ("sweating like a pig"), während sich die Deutschen über die Affenhitze beschweren. Der Begriff wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin nachgewiesen. Ob der Affe einfach als Steigerungsform gebraucht wurde (analog zu schweinekalt) oder mit der Hitze im damaligen Affenhaus des Zoologischen Gartens zu tun hatte, ist nicht klar erwiesen.

Sonnenstich
Eine der größten Herausforderungen auch des deutschen Sommers ist die Suche nach dem geeigneten schattigen Plätzchen. Gerne im Strandkorb, die an der Ostsee verbreitet sind. Pralle Sonne bekommt dem Mitteleuropäer nämlich nur mittelgut. Schlimmstenfalls gibt es einen Sonnenstich: Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Bewusstseinsstörungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Freibad
Über 7000 öffentliche Schwimmbäder gibt es in Deutschland und über die Hälfte davon sind so genannte Freibäder. Nicht, dass die Besucher hier freier wären als anderswo, es gelten auch hier Haus- und Badeordnungen. Und auch gratis sind Freibäder leider nicht. Dafür aber unter freiem Himmel und deswegen nur in den Sommermonaten zu genießen.

Sauregurkenzeit
Als Sauregurkenzeit wurden im 18. Jahrhundert Perioden bezeichnet, in denen es nichts zu essen gab - außer saure Gurken. Später wurde der Ausdruck auf Zeiten mit wenig Arbeit übertragen. Deutsche Journalisten bezeichnen den Sommer oft als Sauregurkenzeit, da die parlamentarische Sommerpause als besonders nachrichtenarm gilt. In Zeiten der Globalisierung ändert sich das jedoch zunehmend.

Altweibersommer
Was im Englischen "Indian summer" heißt, ist in Deutschland der Altweibersommer: Der Herbst steht vor der Türe, doch dann verschenkt der September noch ein paar warme, strahlende Tage. Der Ursprung des Begriffs ist wohl nicht beim Wort Weiber (Frauen) sondern wohl den Geweben des Spätsommers, den Spinnweben, zu suchen. Spätestens jetzt können wir anfangen, uns auf den nächsten Sommer zu freuen.

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20/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/stuttgart-ein-architekturspaziergang/a-19399222

Reise

Stuttgart - Ein Architekturspaziergang

Die schwäbische Metropole setzt nicht nur Maßstäbe im Automobilbau mit den weltweit bekannten Marken Mercedes und Porsche. Auch im Stadtbild spiegeln sich Eleganz und Dynamik quer durch die Epochen der Baukunst.

Großstadt im Grünen
Stuttgart liegt eingebettet zwischen Hügeln und Weinbergen. Der Raum für die Stadt ist begrenzt. Dennoch wurde zu allen Zeiten viel gebaut. Die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg ist geprägt von einer reizvollen Mischung aus historischen und modernen Gebäuden wie dem überragenden Fernsehturm. Er wurde 1956 als weltweit erstes Bauwerk seiner Art errichtet.

Porsche-Museum
In Stuttgart-Zuffenhausen, dem Stammsitz des Sportwagenherstellers, wurde 2009 das Porsche-Museum eröffnet. Die kühne Konstruktion im futuristischen Design, entworfen vom Wiener Architekturbüro Delugan Meissl, bietet viel Platz zur Präsentation legendärer Porschemodelle. Alle werden fahrbereit gehalten. Im "Rollenden Museum" röhrt dann schon mal ein Sechszylinder Boxermotor mit 600 PS.

Mercedes-Benz-Museum
Im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart-Cannstatt hat die über 125-jährige Geschichte des Automobils ihr spektakuläres Schauhaus. Wie die Autobauer verwendeten die niederländischen Architekten Ben van Berkel und Caroline Bos Aluminium und Glas für die Hülle des Museums. Jedes der 1800 dreieckigen Fenster ist ein Unikat.

Schlossplatz
Die barocke Gartenanlage vor dem Neuen Schloss ist der zentrale Platz der Innenstadt. Im Sommer nutzen ihn die Stuttgarter als zweites Wohnzimmer. In den 1950er Jahren war eigentlich ein Hotel an Stelle des kriegszerstörten Neuen Schlosses geplant. Die Bürger waren aber für den Wiederaufbau. Die feudale Residenz ist heute Sitz des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft.

Altes Schloss
Das Alte Schloss war vierhundert Jahre das Machtzentrum der Herrscher von Württemberg. Sein Innenhof ist ein Prachtstück der Renaissance aus dem 16. Jahrhundert. Ungewöhnlich für diese Zeit sind die Säulen der korinthischen Kapitelle, deren vertikale Abkantungen sich bis zum oberen Säulenende fortsetzen. In den Räumen zeigt heute das Landesmuseum den Kronschatz der Württemberger.

Königsbau
Die Flaniermeile Königstraße ist nach dem spätklassizistischen Königsbau aus dem 19. Jahrhundert benannt. Die Hofarchitekten Johann Michael Knapp und Christian von Leins entwarfen das repräsentative Gebäude als Veranstaltungsort. An seiner Rückseite wölbt sich seit 2006 das gläserne Dach der Königsbau-Passagen, einem Shoppingcenter mit fünf Etagen.

Weissenhof-Siedlung
Ein erstes Markenzeichen für modernes Bauen in Stuttgart ist die Weissenhof-Siedlung mit 21 Häusern. Sie wurden 1927 von avantgardistischen Architekten wie Mies van der Rohe und Le Corbusier als Zukunftsvision entworfen. Zwei Häuser von Le Corbusier wurden 2016 zusammen mit anderen Bauwerken des Architekten in sechs weiteren Ländern zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Neue Staatsgalerie
Ein öffentlicher Fußweg führt durch den Museumskomplex der Neuen Staatsgalerie. Der unkonventionelle Entwurf des britischen Architekten James Stirling aus dem Jahr 1984 kombiniert geschwungene Baukörper, farbig gefasste Stahlkonstruktionen und historische Elemente. In dem postmodernen Bau wird Kunst des 20. Jahrhunderts ausgestellt.

Kunstmuseum
Seit 2005 spiegelt der gläserne Kubus in der Königstraße tagsüber den Himmel, nachts leuchtet er von innen. Die Berliner Architekten Hascher und Jehle gestalteten den Bau mit 5000 Quadratmetern Ausstellungsfläche für das Kunstmuseum. Hier ist die bedeutendste Werksammlung des Expressionisten Otto Dix zu Hause.

Markthalle
Die Stuttgarter können jeden Tag in einer der schönsten Markthallen Deutschlands einkaufen gehen. Der Jugendstilbau nach Plänen des Architekten Martin Elsässer wurde im Januar 1914 eingeweiht. In einer 18 Meter hohen lichtdurchfluteten Halle werden internationale und schwäbische Spezialitäten wie Maultaschen und Spätzle verkauft.

Bahnhof
Der Bahnhof von Baumeister Paul Bonatz aus dem Jahr 1928 machte Schlagzeilen im Zusammenhang mit dem Projekt Stuttgart 21. Der denkmalgeschützte Kopfbahnhof soll zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden. Das Milliardenprojekt, gegen das die Bürger heftig protestierten, ist noch im Bau.

Stadtbibliothek
Wem in Stuttgart abends der Lesestoff ausgeht, kann sich seit 2011 in der Stadtbibliothek auch nach 21 Uhr mit Nachschub versorgen. Eine halbe Million Bücher passen in den Würfel mit einer Grundfläche von 44 mal 44 Metern. Die Idee für den symmetrischen Bau mit Fassadenfeldern aus Glasbausteinen stammt von dem südkoreanischen Architekten Eun Young Yi.

Autorin/Autor: Ille Simon

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19/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/zehn-gr%C3%BCnde-f%C3%BCr-heidelberg/g-19158336

Reise

Zehn Gründe für Heidelberg

Zwölf Millionen Besucher pro Jahr können nicht irren: Heidelberg ist eine der schönsten Städte Deutschlands! Malerisch an den Ufern des Neckar gelegen, ist sie für Touristen aus aller Welt der Inbegriff der Romantik.

Ideale Lage
Die Brücke, die Altstadt, das Schloss - dieser Panoramablick hat Dichter, Maler, Philosophen fasziniert. Schon Johann Wolfgang Goethe schrieb vor mehr als 200 Jahren: "Die Stadt mit ihrer Lage und ihrer ganzen Umgebung hat, darf man sagen, etwas Ideales."

Alte Brücke
Die Alte Brücke ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Bereits 1284 befand sich an dieser Stelle eine Holzbrücke über den Neckar, die aber regelmäßig dem Hochwasser zum Opfer fiel. Erst 1788 wurde die Brücke aus Stein errichtet. Sie verbindet die Altstadt mit dem gegenüberliegenden Neckarufer.

Weltberühmte Ruine
Über der Altstadt thront das Schloss der pfälzischen Kurfürsten. Im 17. Jahrhundert wurde es von französischen Truppen zerstört und blieb als Ruine zurück. Gerade die Aura der Vergänglichkeit macht bis heute den Reiz dieses Ortes aus.

Romantische Kulisse
Das Heidelberger Schloss ist unbestreitbar die Hauptattraktion der Stadt. Bei der Renovierung Ende des 19. Jahrhunderts wurden einige Prunksäle wieder hergestellt, die heute besichtigt werden können. Doch mindestens genauso spannend für die Touristen aus aller Welt sind die verfallenen Mauern.

Gemütliche Altstadt
Der Grundriss der Altstadt stammt noch aus dem Mittelalter, die meisten Fassaden aus dem Barock. Dazu kommen viele kleine Cafés, Restaurants und Läden - die Touristen sind begeistert! Vor allem Besucher aus den USA und aus Japan lieben diese Bilderbuchstadt.

Ehrwürdige Universität
"Semper apertus" - stets offen, so lautet der Leitspruch der Universität Heidelberg. 1386 wurde sie gegründet und ist damit die älteste in Deutschland. Hegel, Bunsen, Habermas - berühmte Wissenschaftler und Philosophen haben hier gelehrt. Und die Studenten sorgen seit jeher für frischen Wind in Heidelberg und manchmal auch für Aufregung.

Altes Studenten-Gefängnis
Zur Strafe für nächtliche Ruhestörungen, sei es wegen Trunkenheit oder Fechtkämpfen, kamen Studenten früher in den Karzer. Bis zu vier Wochen saßen sie ein. Allerdings durften die Studenten ihre Vorlesungen besuchen. Danach mussten sie wieder zurück in den Arrestraum, wo sich viele mit ihren Konterfeis und Sprüchen verewigten.

Literarisches Gütesiegel
Große Dichter haben die Stadt besucht und besungen. Goethe war hier, Eichendorff, Hölderlin, Jean Paul, Mark Twain - die Reihe lässt sich fortsetzen. Und auch heute zeichnet Heidelberg eine lebendige Autorenszene aus. Höhepunkt ist alljährlich das Literaturfestival im Sommer. Seit 2014 ist Heidelberg die erste UNESCO City of Literature in Deutschland.

Tierisches Maskottchen
Schon im 15. Jahrhundert wird an der Alten Brücke ein Affe erwähnt. Die heutige Bronzeplastik wurde 1979 aufgestellt und ist ein beliebtes Fotomotiv. Es heißt: Wer die Figur berührt, kommt zurück nach Heidelberg.

Romantische Lichtershow
Das Feuerwerk über dem Schloss lockt mehrmals im Sommer tausende Schaulustige an. Mit Proviant und Decken ausgerüstet sichern sie sich schon Stunden vor Beginn die besten Plätze auf den Neckarwiesen oder auf einem der Ausflugsdampfer. Wenn dann das Schloss im bunten Farbenspiel erstrahlt, dann wird Heidelberg einmal mehr seinem Ruf gerecht als Traumziel für Romantiker!

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18/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/edersee-deutschlands-atlantis-aufgetaucht/a-39638329

Kultur

Edersee: Deutschlands "Atlantis" aufgetaucht

Als der hessische Stausee vor mehr als einhundert Jahren kam, mussten drei Dörfer weichen. Doch wenn im Sommer der Pegel sinkt, tauchen die Ruinen plötzlich wieder auf: eine Brücke, der Friedhof, die Klosterkirche.

48 Meter hoch ist die Talsperre in Nordhessen, eine Meisterleistung der Ingenieurskunst des frühen 20. Jahrhunderts. Sie staut Unmengen an Wasser und schafft damit nicht nur den Edersee, den zweitgrößten Stausee Deutschlands, sondern ermöglicht vor allem den damals notwendigen Wasserstand für die Binnenschifffahrt. Ein ungemein wichtiges Wirtschaftsprojekt - so besuchte 1911 Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich die Baustelle.

Doch wie so oft bei derartigen wirtschaftlichen Großprojekten waren auch hier Menschen im Weg. Konkret: 900 Einwohner der Dörfer Asel, Berich und Bringhausen, die im Tal des Flusses Eder lagen. Die Menschen wurden umgesiedelt, die Gebäude und Gutshöfe zum größten Teil abgetragen und an anderer Stelle samt Dorf-Neugründung wieder aufgebaut, die Dörfer schließlich geflutet.

Doch wenn im Sommer der Regen ausbleibt und mit steigender Hitze das Wasser verdunstet, dann tauchen sie wieder auf, die versunkenen Dörfer, das "Atlantis" von Hessen. Die Ruinen sind unterschiedlich gut erhalten. Die alte Brücke beim einstigen Dorf Asel ist in hervorragendem Zustand und kann sogar betreten werden (siehe Artikelbild). Sie ist das Wahrzeichen des "Edersee-Atlantis". Ein Dorf weiter im östlichen Bringhausen erinnern nur noch die Überreste von Gräbern an die früheren Bewohner. Von Berich ist unter anderem die Ruine der einstigen Eisenerz-Hütte zu sehen.

Kaum wiederentdeckt, schon bedroht
Damit ist die Region um eine Attraktion reicher. 700.000 Übernachtungen und bis zu vier Millionen Tagesgäste verzeichnet der Edersee pro Jahr. Bislang kamen die Touristen vor allem wegen des Nationalparksund des Wassersports. Jetzt gehen viele von ihnen auch auf historische Spurensuche. Seit 2012 ist hier ein Förderverein aktiv, der bereits begonnen hat, die Dorfstelle Berich zu erhalten, denn Wasser und Sonne machen den letzten übrig gebliebenen Steinen zu schaffen. So werden bereits die Konturen von vier Gebäude einen halben Meter hoch aufgemauert, weitere Grundmauern sollen folgen. Doch nicht nur das Wetter macht den Ruinen-Rettern zu schaffen, dem Förderverein geht auch das Geld aus, nachdem eine EU-Förderung nun ausläuft.

Warum das Land hier nicht mit von der Partie ist? Der Grund des Sees gehört dem Bund und die Funktion als Stausee gehe vor, erklärte das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt in Hann. Münden. Aufgabe sei nun mal die Sicherung der Schifffahrt, nicht die Rettung versunkener Dörfer. Hier gibt es übrigens auch Konflikte mit einem weiteren wichtigen Freizeitzweig am Edersee: dem Wassersport. Denn um die Schifffahrt der angrenzenden Flüsse sicherzustellen, müssen die Pegelstände des Sees abgesenkt werden. Zwar kommen dann wieder die Ruinen zum Vorschein, doch die Sportler ärgert es. Was von Vorteil für die Schiffahrt ist, sehen die vom Tourismus lebenden Gemeinden und Betriebe als Nachteil.

Virtuell wiederauferstanden
In der Gemeinde Edertal setzt man hingegen auf das virtuelle Erleben: Eine Archäologiegruppe will die Dorfstelle Bringhausen mithilfe kleiner Boxen auf dem Seeboden auferstehen lassen, die man dann mit einer App auf dem Handy oder Tablet abwandern kann. So sollen Bilder, Filme und Texte über die alten Gebäude erfahrbar gemacht werden. Aber auch hier fehle derzeit das Geld - daher wird es im Herbst erstmal analog losgehen - mit herkömmlichen Infotafeln.

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17/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/vom-ampelm%C3%A4nnchen-zum-ampelkasperl-zu-augsburg/a-39692701

Lebensart

Vom Ampelmännchen zum Ampelkasperl zu Augsburg


Dem Held der Augsburger Puppenkiste wird ein Denkmal gesetzt: Seit Freitag gestattet ein grüner Ampelkasperl in Augsburg die Straßenüberquerung. Eine von vielen Ampelmännchen-Metamorphosen in jüngerer Zeit.

Die Stadtverwaltung von Augsburg weiht sie am Freitag feierlich ein: Die Kasperl-Ampel. Wie konnte es so weit kommen? Die Mainzelmännchen sind schuld, so viel ist sicher. Das ZDF-Maskottchen hat seit November 2016 eine eigene Ampel in Mainz. Dies hat den Augsburger Fernsehsender atv zur Kreation der weltweit ersten Kasperl-Ampel inspiriert.

Der Kasperl zählt neben Urmel aus dem Eis und Jim Knopf zu den populärsten Darstellern der Augsburger Puppenkiste. Der Star des schwäbischen Marionettentheaters sei mindestens genauso berühmt wie die Mainzelmännchen, befanden die Mitarbeiter des Regionalsenders und wurden tätig. Das Kasperl-Projekt bekam in der Bevölkerung viel Zustimmung, die Behörden prüften und genehmigten.

Nun gibt es den Kasper - allerdings nur in Grün. Bei Rot erscheint auch in Zukunft weiterhin das herkömmliche, stehende Ampelmännchen. Dies sei aus Sicherheitsgründen selbst bei der Kasperl-Ampel nötig, betont die Stadtverwaltung.

Ein Trend zu neuen Ampelmännchen
Auch in anderen deutschen Städten sind individuelle Ampelmännchen zur Zeit ziemlich angesagt. So gibt es die Überlegung, in Bamberg eine Sams-Ampel zu installieren, weil der Kinderbuch-Autor und Sams-Schöpfer Paul Maar in der oberfränkischen Stadt lebt. In Stuttgart ist hingegen die Forderung nach einer Ampel mit den SWR-Figuren Äffle und Pferdle trotz einer Online-Petition mit mehreren tausend Unterstützern bislang am Widerstand der Kommune gescheitert. Die Stadt befürchtet, in Haftung genommen zu werden, falls ein Unfall passiert.

Auch politische Veranstaltungen machen sich die Ampelmännchen zunutze: Für die Christopher-Street-Day-Feiern am Wochenende rüstet die Stadt Frankfurt vorübergehend zehn Innenstadtampeln um: Bis Montag zeigen sie lesbische und schwule Paare, die sich an der Hand halten und über denen ein Herzchen schwebt.

Der Ampelkasperl
Der Kasperl zählt neben Urmel aus dem Eis und Jim Knopf zu den populärsten Darstellern der Augsburger Puppenkiste, einem Marionettentheater für Kinder. Für die Stadt Augsburg Grund genug, die Figur von einer Ampel auf die Passanten hinunterleuchten zu lassen. Allerdings nur bei Grün. Bei Rot erscheint aus Sicherheitsgründen das herkömmliche Ampelmännchen.

Die Maizelmännchen-Ampel
Die Mainzer hatten als erste die Idee, ihre landesweit bekannten Trickfilmfiguren in eine Ampel zu setzen. In der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz dürfen die Mainzelmännchen - anders als der Kasperl in Bayern - auch in Rot leuchten.

Nicht realisiert: "Pferdle und Äffle" Ampel
Bislang nicht in den Ampeln Stuttgarts verewigt sind die SWR-Maskottchen "Pferdle und Äffle". Noch kämpft der Pferdle-und-Äffle-Fanclub dafür. Mehr als 12.000 Unterschriften für die Installation dieser Ampel haben die Fans des Trickfilm-Duos bereits gesammelt.

Politisch: Homosexuelles Ampel-Pärchen
Es müssen nicht nur "Fernsehstars" sein, die es auf Ampeln schaffen. Zur CSD-Saison will die Stadt Frankfurt ein Wochenende lang schwule und lesbische Paare auf den Ampeln in der Innenstadt zeigen. Wien hat schon im Mai 2015 vorgemacht, wie es geht (Bild).

Die Ampelfrau
In Melbourne in Australien wurden im März zehn Ampelmännchen von Ampelfrauen abgelöst. Wenn auch nur für einen Zeitraum von zwölf Monaten. Das Ampel-Projekt, das eine gemeinnützige Organisation initiiert hat, soll die Geschlechtergerechtigkeit fördern, erntet aber auch Spott. In Deutschland tauchen auch immer mal wieder einzelne Ampelfrauen auf, zum Beispiel in Köln und Leipzig.

"Echte Berliner Jören"
Deutschlands bekannteste Ampelmännchen sind wohl jene aus Berlin, die nicht nur auf den Ampeln zu finden sind, sondern auch auf Schlüsselanhängern, T-Shirts oder Rucksäcken. Erfunden hat sie Karl Peglau, der gar kein Designer, sondern Verkehrspsychologe in der DDR war. 1969 leuchteten die ersten Ost-Ampelmännchen in der Berliner Friedrichstraße. Peglau nannte sie einmal "echte Berliner Jören".

Autorin/Autor: Kristina Reymann-Schneider

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14/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/10-orte-an-denen-deutsche-gerne-die-sommermonate-verbringen/a-19450570

Meet the Germans

10 Orte, an denen Deutsche gerne die Sommermonate verbringen

Für viele Deutsche ist es die beste Zeit des Jahres: Schulkinder haben Ferien, im Büro und bei der Arbeit geht es gemächlicher zu, der Abend klingt im Biergarten aus. Zehn Orte, an die es die Deutschen jetzt zieht.

Im Sommer, vor allem während der Sommerferien, wird es ruhiger auf Deutschlands Straßen, die Städte sind leerer, der Büro- und Arbeitsalltag verlangsamt sich merklich. Die Medien stürzen sich auf "Sommerloch"-Themen. Die Menschen hasten nicht durch die Städte, es wird eher geschlendert - und sie lächeln mehr (wenn sie nicht gerade ein großes Eis schlecken).

Was also machen Deutsche im Juni, Juli und August wenn sie nicht, wie es sich als "Reise-Weltmeister" gehört, auf und davon sind? Wir haben uns umgehört.

Hier verbringen die Deutschen gerne den Sommer

Auf der eigenen Scholle
Manch ein Stadtbewohner hat seine eigene kleine grüne Oase in Form eines Schrebergartens. Hier wird eigentlich das ganze Jahr über geharkt und gejätet, aber vor allem im Sommer gegrillt, gesonnt und entspannt. Die Regeln für die fast eine Million Lauben in Deutschland sind streng: ein Teil des Grundstücks muss bepflanzt sein, und in sein Gartenhäuschen darf man auf keinen Fall einziehen.

In der Eisdiele
Hierzulande gibt es mehr als 5000 Eisdielen, oft italienische Familienbetriebe. Im Sommer sind die Tische draußen voll besetzt, und vor der Eistheke bildet sich eine Schlange. Beliebte Sorten sind Vanille, Stracciatella und Haselnuss. Kinder lieben Spaghetti-Eis: Vanilleeis wird mit einer Presse zu Schnüren geformt, obendrauf Erdbeersauce und weiße Schokoraspel - fertig!

Im Freibad
Kinder kreischen, es riecht nach Sonnenmilch und Pommes, Handtücher liegen dicht an dicht, dazwischen spielen Teenager Ball: Sommerferien im Freibad. Von den Städten und Gemeinden betriebene Bäder gibt es in Deutschland etwa 7000, und mehr als die Hälfte davon sind Freibäder - wetterbedingt natürlich nur in den Sommermonaten geöffnet.

Oder am See
"Pack die Badehose ein...", so beginnt ein alter deutscher Schlager. Badeseen sind eine beliebte Alternative zum Freibad, und es gibt sie überall in Deutschland. Zum Beispiel den Chiemsee, auch Bayrisches Meer genannt: sehr sauber, schöne Strandbäder und jede Menge Wassersportarten. Zu voll dürfte es auch an heißen Sommertagen nicht werden, denn der Chiemsee ist der drittgrößte See Deutschlands.

Auf einem Musikfestival
Sommerzeit ist Festivalzeit in Deutschland. Von Rap bis Reggae: fast jedes Wochenende gibt es irgendwo ein Musikfestival. Das Foto zeigt das Hiphop-Festival Splash bei Nacht auf einem ehemaligen Industriegelände nahe Dessau. Weitere musikalische Highlights: Wacken Open Air, das größte Heavy Metal Festival der Welt, und das Hurricane-Festival mit seiner Mischung aus Rock, Pop und Elektro.

In Berlin
Hauptstadtgucken: 2016 besuchten 12,7 Millionen Touristen Berlin, etwa 40 Prozent kamen aus dem Ausland. Das heißt, Berlin ist auch bei Deutschen ein beliebtes Ziel. Gerne im Sommer, wenn man die vielen Sehenswürdigkeiten zu Fuß abwandern oder bei der Stadtrundfahrt vom luftigen Oberdeck des Busses aus bewundern kann.

Im Biergarten
Bayerns König Maximilian I. erlaubte den Bierbrauern in München 1812, Bier dort zu verkaufen, wo es gebraut wurde. Das war die Geburtsstunde des Biergartens. Das Wirtshaus Augustiner-Keller hat den ältesten Biergarten der Stadt - er wurde prompt 1812 eröffnet. Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland Biergärten. Im Bild der Hirschgarten in München, mit 8000 Plätzen Deutschlands größter Biergarten

Auf dem Rad
Deutschland lässt sich auch per Rad entdecken. Das Radwegenetz ist gut ausgebaut und es gibt viele beliebte Radrundwege in Wäldern und um Seen. Sogar eine Autobahn für Radfahrer, den Radschnellweg Ruhr, gibt es - aber auch Wege für gemächliche Touren wie den Ahr-Radweg (Bild) durch die Weinberge der Region am Fluss Ahr.

Im Kino
An besonders heißen Tagen bietet ein klimatisierter Kinosaal eine willkommene Abkühlung, vor allem wenn gerade der neueste Hollywoodstreifen läuft: 2016 waren das "Die Legende von Tarzan", "Independence Day 2" und "Ghostbusters". 2016 lag die Zahl der Kinobesuche in Deutschland bei 121 Millionen, nach 139 Millionen im Jahr zuvor.

Auf Mallorca
Mallorca wird oft scherzhaft das 17. Bundesland genannt. Mehr als 30.000 Deutsche leben dauerhaft auf der spanischen Balearen-Insel, und Millionen von Deutschen verbringen Jahr für Jahr ihren Sommerurlaub auf "Malle". Man spricht Deutsch, es gibt typisch deutsches Essen - und das Wetter ist viel besser als zu Hause.

Autorin/Autor: Kate Müser / db

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13/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/mein-sommer-lieblingsort-im-ruderboot-auf-dem-rhein-bei-k%C3%B6ln/a-39473027

Lebensart

Mein Sommer-Lieblingsort: Im Ruderboot auf dem Rhein bei Köln

Im Sommer zieht der Rhein magisch die Menschen an. Planschende Kinder, sonnenhungrige Landratten und übermütige Sportbootfahrer bevölkern den Fluss. Gaby Reucher betrachtet das bunte Treiben gerne vom Wasser aus.

In einer Stadt ohne Fluss zu wohnen, das kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Mein Fluss ist der Rhein, ganz in seiner Nähe bin ich zu Hause. Ich sitze nicht nur gerne am Ufer und beobachte die vorbeiziehenden Schiffe. Lieber sitze ich selbst im Boot, genauer gesagt im Ruderboot.

Zehn Ruderclubs gibt es in Köln, einer davon ist der "Club für Wassersport Porz" im Kölner Vorort Zündorf. 1926 wurde er zunächst als Ruderverein gegründet, später kamen auch Motor- und Segelboote dazu. Schon der Zündorfer Hafen ist ein Ort der Erholung. Er wurde Mitte der 1970er Jahre zusammen mit einer Freizeitanlage als Naherholungsgebiet der Stadt Köln angelegt.

Im Ruderboot wandern die Gedanken
Rudern ist gesund für den ganzen Körper, weil fast alle Muskelgruppen bei diesem Ausdauersport beansprucht werden. Außerdem macht der gleichmäßige Ruderschlag den Kopf frei. Der Stress im Beruf, die anstehenden Erledigungen des Alltags, all das tritt in den Hintergrund.
Eine Rudertour auf dem Rhein ist wie ein kleiner Urlaub. 18 Kilometer geht es im regulären Ruderbetrieb rheinaufwärts bis nach Wesseling, hin und zurück, oder rheinabwärts, bis der Kölner Dom zu sehen ist und von da aus natürlich auch wieder zurück. Fast bei jedem Wetter.

Der Rhein verändert sich ständig
Auch wenn es immer die gleiche Strecke ist, langweilig wird der Fluss nie: Im Frühsommer die Enten mit ihren Küken im Unterholz, im Hochsommer die Badegäste in den Sandbuchten; die Fischreiher, die das ganze Jahr auf Beute lauern und dann im Herbst die Wildgänse, die sich am Himmel formieren und gen Süden ziehen. Oft rasten sie in großen Gruppen am Rheinufer.
Wenn es zu heiß wird, legen auch wir in einer sandigen Bucht an und wer will springt ins Wasser. Manche Bootsrestaurants haben gute Anlegeplätze. Im Sommer bleibt Zeit für ein kühles Getränk kurz vor dem heimatlichen Hafen. Die Weiden, die das Ufer säumen rascheln mit ihren silbrig glitzernden Blättern im Sommerwind. Abends, im Sonnenuntergang, wirkt dann selbst die Ölraffinerie bei Wesseling mit ihren rauchenden Schornsteinen idyllisch. Industrieromantik pur.

Idylle am Rhein mit Wermutstropfen
Nur der Gestank der Ölraffinerie erinnert einen daran, dass der Rhein auch seine Schattenseiten hat. Kurzzeitig ist die Idylle dahin. Auch dann, wenn große Frachter, Containerschiffe oder Ausflugsdampfer vorbeifahren. Schließlich gehört der 1230 Kilometer lange Fluss zu den meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Den Kölner Raum passieren täglich rund 200 Schiffe. Nicht nur die Abgase dicht über dem Wasser, auch die Wellen der großen Lastkähne machen der Besatzung in den vergleichsweise kleinen Ruderbooten zu schaffen.

Überhaupt ist der Rhein mit seinen Strudeln und Unterströmungen in diesem Gebiet recht tückisch. Doch alles ist eine Frage der Sichtweise: Bei manchem wächst gerade dann die Abenteuerlust, wenn es gelingt die hohen Wellen eines Kohleschleppers so zu nehmen, dass sie das Ruderboot sogar ein Stück flussaufwärts treiben.

Je nachdem ob es stürmt oder regnet, ob gerade Hoch- oder Niedrigwasser ist, jedes Mal sieht der Fluss wieder ganz anders aus. Bei Hochwasser treibt viel Holz im Wasser, dem man möglichst aus dem Weg rudert. Bei Niedrigwasser muss man sich die dann deutlich schmalere Fahrrinne mit den großen Schiffen teilen, die manchmal bedrohlich nahe kommen.

Wir sitzen alle in einem Boot!
In solchen Momenten weiß ich, was es wirklich heißt, wenn "alle in einem Boot sitzen". Kein Boot ist besser dazu geeignet, sich Gedanken über diesen Satz zu machen, als das Ruderboot. Gemeinhin wird die Redensart benutzt, wenn mehrere Menschen dasselbe Schicksal teilen oder in einer bestimmten Situation aufeinander angewiesen sind.

Im Ruderboot ist das keine passive Haltung in einer scheinbar ausweglosen Situation: Die Aufgaben sind klar verteilt. Immer gibt es ein Besatzungsmitglied, das das Boot steuert. Der Steuermann, beziehungsweise die Steuerfrau schaut nach vorne, während die Mannschaft mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzt.

Wer steuert trägt also die Verantwortung, kennt das Gewässer, weiß wo Gefahren lauern und wie man ihnen ausweicht. Wichtig ist auch der "Schlagmann", beziehungsweise die "Schlagfrau", um den Ruderrhythmus vorzugeben, dem die anderen Bootsinsassen folgen. Alle ziehen im gleichen Takt, sonst geht es nicht vorwärts.

Das Wohl der Besatzung ist entscheidend
Und immer muss der Steuermann/die Steuerfrau ein Auge auf die Besatzung und ihr Befinden haben. Ist es zu heiß, dann gibt es öfter eine Pause. Ist der Schlag zu schnell, so wird er an die schwächeren Ruderer angepasst und verlangsamt.

Überhaupt liegt beim Wanderrudern - wie so oft im Leben - in der Ruhe die Kraft.

Mit einem ruhigen Schlag gleitet das Ruderboot am besten. Ist der Schlag zu hektisch, dann rollt die Mannschaft auf den beweglichen Sitzen schon Richtung Heck während das Boot noch vorwärts gleiten will. Dadurch bremsen die Ruderer ihr Boot und vergeuden unnötig Energie.

Ich fahre am liebsten im Spätsommer auf dem Rhein, wenn Wind, Wolken und die ersten gelblichen Blätter den Herbst ankündigen. Auch wenn das Ruderboot gegen den Strom und womöglich noch bei Gegenwind nur langsam vorwärts kommt, so bleibt doch das Gefühl, den Naturgewalten für einen Augenblick zu trotzen.

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12/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/themen/lebensart/s-101382

Euromaxx

Little Big City: Berlin im Kleinformat
Deutschlands größte Stadt schrumpft auf Hallengröße zusammen. Die Macher von Little Big City haben sieben Epochen der bewegten Stadtgeschichte Berlins in 3D-Modellen dargestellt – von den Anfängen bis zur Gegenwart.

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11/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/41-x-welterbe-in-deutschland/a-39075111

Reise

41 x Welterbe in Deutschland
In Deutschland sind 41 Orte, Bauten oder Landschaften als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet. Sie alle haben gemeinsam, dass sie einzigartig und authentisch sind.

Für Reisende ist der Status "Welterbe" eine Art Gütesiegel. Er verspricht besondere Erlebnisse, Orte von universellem Wert, ein: "Muss man gesehen haben". Anfang Juli entscheidet die UNESCO, ob weitere Natur- und Kulturdenkmäler die Liste der deutschen Welterbestätten erweitern werden. Bis es soweit ist, ein Überblick über die 41, die es bereits geschafft haben.

Welterbe Wismar und Stralsund
Bezaubernde Altstädte
Enge Gassen, barocke Bürgerhäuser - das Flair vergangener Epochen weht Reisende vielerorts in historischen Altstädten an. Manche sind so gut erhalten, dass sie Weltkulturerbe sind. Die Hansestädte Bremen, Lübeck, Stralsund und Wismar bieten neben viel Backsteingotik jede Menge Hafenambiente.

Die Altstadt von Bamberg dagegen repräsentiert mehrere Epochen vom 11. bis zum 18. Jahrhundert, die Bauten sind weitgehend original erhalten. Mittelalterlichem Lebensgefühl kann man in Regensburg, der am besten erhaltenen mittelalterlichen Großstadt Deutschlands, nachspüren. Oder in den Fachwerkstädten Quedlinburg und Goslar im Harz: Mit ihren windschiefen Dächern und verwinkelten Gassen bezaubern sie jedes Jahr zahlreiche Touristen aus aller Welt.

Welterbe Wittenberg
Kunst und Kultur
In Eisleben und Wittenberg lebte und wirkte Martin Luther und stieß eines der bedeutendsten Ereignisse der Weltgeschichte an: die Reformation. Als Orte der Reformation sind bislang sechs Gebäude UNESCO-Weltkulturerbe, darunter Luthers Geburts- und Sterbehaus in Eisleben sowie die Schlosskirche in Wittenberg, an die er seine Thesen nagelte.

Im Juli entscheidet die UNESCO, ob zwölf weitere Lutherstätten in Deutschland den Welterbetitel tragen dürfen, darunter sein Elternhaus in Mansfeld und die Kirche St. Peter und Paul in Eisleben, in der er getauft wurde.

Orte, an denen Besucher eine geballte Ladung Kunst und Kultur erwartet, sind die Berliner Museumsinsel und in die Klassikerstadt Weimar. Auch sie zählen neben dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth zum kulturellen Erbe der Menschheit.

Welterbe Kölner Dom
Kirchen und Klöster
Das erste deutsche Weltkulturerbe war 1978 der Aachener Dom. Um 800 erbaut, gilt er als ein Vorbild sakraler Architektur. Auch andere Kathedralen Deutschlands gehören zum Erbe der Menschheit, darunter der Trierer Dom, Deutschlands älteste Kirche.

Der Kölner Dom ist ein Meisterwerk gotischer Architektur und gehört mit sechs Millionen Besuchern jährlich zu den Top-Sehenswürdigkeiten des Landes. Die Dome in Hildesheim und Speyer sind beeindruckende Zeugnisse romanischer Baukunst. Märchenhafte Rokoko-Verzierungen bietet dagegen die Wieskirche im bayerischen Steingaden.

Das Prädikat "Weltkulturerbe" schmückt auch mehrere Klöster in Deutschland. Sie waren im Mittelalter bedeutende geistliche und weltliche Zentren, in denen Handel, Landwirtschaft, Handwerk, Kultur und Schulen betrieben wurden. Die Klöster Corvey, Lorsch und Maulbronn sowie die Klosterinsel Reichenau sind - mehr und weniger gut erhalten - wichtige Zeugnisse dieser Zeit.

Welterbe Wattenmeer
Parks und Natur
Einige eindrucksvolle Landschaften und Parks stehen auf der Welterbe-Liste der UNESCO, darunter das Wattenmeer. Es ist als eines der wichtigsten gezeitenabhängigen Feuchtbiotope der Welt und hat als Rastgebiet für Zugvögel globale Bedeutung.

Neben dem Wattenmeer gehören fünf Buchenwaldgebiete in Deutschland zum Weltnaturerbe. Als "wertvollste Reste naturnaher Tiefland-Buchenwälder" sind sie so nur noch in Deutschland zu finden.

Das Obere Mittelrheintal ist dagegen eine von den Menschen geformte Kulturlandschaft, die durch ihre "große Vielfalt und Schönheit" besticht und es daher auf die Welterbe-Liste geschafft hat. Außergewöhnliche Beispiele der Gartenbaukunst sind der Bergpark Wilhelmshöhe, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und der Muskauer Park, die ebenfalls ausgezeichnet wurden.

Architektur, die die Welt veränderte
Mit den Bauhausstätten in Dessau und Weimar stehen Zeugnisse einer epochalen Wende in Architektur, Kunst und Design unter dem Schutz der UNESCO. Hier lebten, lehrten und experimentierten die Bauhaus-Direktoren Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe und ihre Schüler. Sie läuteten damit die Moderne ein.

Moderne Formensprache, funktionale Grundrisse, bezahlbarer Wohnraum – sechs Berliner Wohnsiedlungen repräsentieren die Ideen der Bauhäusler und sind heute Weltkulturerbe.

Welterbe Siedlungen der Berliner Moderne
Einen herausragenden Beitrag zur Moderne leistete auch der schweizerisch-französische Architekt Le Corbusier. Sein Gesamtwerk wurde 2016 zum grenzübergreifenden Welterbe erklärt: insgesamt 17 Bauten in sieben Staaten gehören dazu, darunter zwei Häuser der Weißenhofsiedlung in Stuttgart.

Eine gänzlich andere Architektur ist in Hamburg mit dem Welterbe-Titel ausgezeichnet worden: Die Speicherstadt, ein Viertel aus Lagerhäusern in neogotischer Backsteinarchitektur, durchzogen von Brücken und Kanälen.

Gebaut wurde die "Stadt aus Speichern" zwischen 1885 und 1927. Sie steht für deutsche Kaufmannstradition und expandierenden internationalen Handel. Ebenfalls auf die UNESCO-Liste schaffte es das benachbarte Kontorhausviertel, Europas erstes reines Büroviertel.

Welterbe Grube Messel
Spuren der Vergangenheit: archäologische Ausgrabungen
Einige Orte haben universellen Wert, weil sie etwas über die Geschichte der Erde oder der Menschheit erzählen. Prähistorische Pfahlbauten am Bodensee gehören dazu, ebenso römische Bauten in Trier und der Obergermanisch-Raetische Limes, die einstige Grenzbefestigung des Römischen Reiches.

Auch einer der weltweit wichtigsten Fundorte für Fossilien liegt in Deutschland und steht unter dem Schutz der UNESCO. In der Grube Messel liegen Fossilien aus der Zeit, nachdem die Saurier ausgestorben waren und sich Tier- und Pflanzenwelt rasant veränderten.

Welterbe Zeche Zollverein
Denkmäler der Industriekultur
Wer sich für technische Leistungen und Architektur des Industriezeitalters interessiert, findet in Deutschland gleich vier Welterbe-Stätten, die beides veranschaulichen. Die Völklinger Hütte im Saarland produzierte ab 1873 Eisenträger und war einst eine der modernsten Industrieanlagen Europas. Die Zeche Zollverein in Essen war die größte Steinkohleförderanlage der Welt. Beide wurden 1986 stillgelegt, die Anlagen sind bis heute erhalten und können besichtigt werden.

Das Fagus-Werk in Alfeld sowie das Erzbergwerk Rammelsberg bei Goslar mit der Oberharzer Wasserwirtschaft sind ebenfalls beeindruckende Leistungen der Menschheit auf den Gebieten Architektur und Technik.

Welterbe Würzburger Residenz
Schlösser und Burgen
In Barockschloss mit prächtigem Garten, gestaltet von den angesehensten Architekten der damaligen Zeit: das ist die Würzburger Residenz. Als "das einheitlichste und außergewöhnlichste aller Barockschlösser" genießt es den Status als Weltkulturerbe.

Ebenfalls sehenswert: die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin und die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl. Auf der Wartburg bei Eisenach übersetzte der Reformator Martin Luther die Bibel.

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07/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/kino-favoriten-die-zehn-besten-deutschen-kom%C3%B6dien/a-19126596

Filme

KINO-Favoriten: Die zehn besten deutschen Komödien

Das DW-KINO Team gibt Antworten auf die Frage: Wie funktioniert der deutsche Humor? Gefunden haben wir die zehn lustigsten Komödien im deutschen Kino - vom Slapstick bis zur Satire.
In der zweiten Ausgabe unserer KINO-Favoriten haben wir uns auf den Weg gemacht, herauszufinden, was es mit der weit verbreiteten Meinung auf sich hat, die Deutschen seien weitgehend humorlos. Diese lässt sich am besten mit unserer Liste der lustigsten Filme des deutschen Kinos widerlegen. Dort zählen Komödien zum beliebtesten und erfolgreichsten Genre. Sie sind es auch, die regelmäßig die Kinocharts anführen, sogar oft noch vor den amerikanischen Blockbustern.

Leider sind die meisten Komödien für Nichtdeutsche schwer verständlich. Ihr Humor ist oft eng an Sprache, an bestimmte Regionen und deren Bewohner oder an lokale Dialekte gebunden. Das macht es Komödien so schwer, auf Reisen zu gehen und Grenzen zu überschreiten.

Zehn Filme mit Charme und Humor
Für unsere KINO-Favoriten haben wir zehn Filme mit Charme und Humor ausgesucht, für den man keinen Universitätsabschluss in Deutsch braucht. Und doch sind alle typisch deutsch. Sie beziehen ihren Spaß aus den Obsessionen und Faszinationen des alltäglichen Lebens der Menschen im Deutschland von heute.

Im Vergleich zu unseren besten Dramen ist die Favoritenliste der Komödien bemerkenswert aktuell. Zwei Filme sind aus den 1980er Jahren, die Mehrzahl keine zehn Jahre alt. Vielleicht werden die Deutschen lustiger oder Komödien altern nicht so gut wie Dramen. Worüber wir vor zwanzig Jahren noch gelacht haben, entlockt uns heute eben oft nur noch ein müdes Lächeln.

Ein komischer Blick auf gesellschaftliche Zustände
Oft schimmert aber ein scharfzüngiger Sozialkommentar durch die deutschen Spaßgeschichten - Geschlechtertausch, Generationen-Clash, Multi-Kulti-Chaos oder Probleme mit der Wiedervereinigung. Auch eine Komödie über Adolf Hitler ist dabei, dunkel und verstörend, aber auf jeden Fall auch sehr, sehr lustig.
Aber schauen Sie selbst. Wir sind gespannt auf Ihre Meinung zum deutschen Humor, Vielleicht hat er sich sogar verändert? Schreiben Sie uns und nennen Sie uns Ihre Lieblingskomödien aus Deutschland: Questo indirizzo e-mail è protetto dallo spam bot. Abilita Javascript per vederlo. .

Die zehn besten deutschen Filmkomödien

Platz 10: Männer
Ursprünglich war die Komödie von Regisseurin Doris Dörrie fürs Fernsehen gedacht. Doch dann entschieden sich die Produzenten, "Männer" ins Kino zu bringen - und wurden reichlich belohnt. Rund sechs Millionen Menschen sahen den Film vor 30 Jahren und lachten über Ulrike Kriener, Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht. Mit leichter Hand inszeniert, blickte "Männer" auf den Kampf der Geschlechter.

Platz 9: Fack Ju Göhte
Noch eine Million Zuschauer mehr sah in den letzten Jahren "Fack Ju Göhte" von Bora Dagtekin. Die freche Komödie um einen Lehrer, der gar keiner ist und eine Handvoll Schüler, die keine Lust aufs Lernen hat, begeisterte ganz Deutschland. "Fack Ju Göhte" machte Hauptdarsteller Elyas M'Barek zum Star und Teenie-Schwarm Nr. 1. Auch die Fortsetzung der Schulkomödie sprengte Zuschauerrekorde.

Platz 8: Der Schuh des Manitu
Die Winnetou-Parodie "Der Schuh des Manitu" ist der an den Kinokassen erfolgreichste deutsche Film seit den 1960er Jahren. Über elf Millionen Menschen sahen in Deutschland die Späße des Komikers Michael "Bully" Herbig, der beim Radio und beim Fernsehen groß geworden ist. Seit "Der Schuh des Manitu" ist Herbig einer der zugkräftigsten deutschen Kinostars: ein Spezialist in Sachen Filmparodie.

Platz 7: Alles auf Zucker
2004 feierte Regisseur Dani Levy mit "Alles auf Zucker" einen Überraschungserfolg an den Kinokassen. Der Komödie über die finanziellen Nöte und privaten Sorgen eines arbeitslosen ehemaligen Sportreporters aus der DDR gelang Erstaunliches. Das Thema "Jüdisches Leben im Deutschland der Gegenwart" sensibel und doch mit Humor auf die Leinwand zu bringen, war eine Meisterleistung.

Platz 6: Wer früher stirbt ist länger tot
Vor zehn Jahren eroberte "Wer früher stirbt ist länger tot" die Herzen des Publikums. Regisseur Marcus H. Rosenmüller erzählt die Geschichte eines Elfjährigen, der ein Geheimnis über seine verstorbene Mutter erfährt. "Wer früher stirbt ist länger tot" setzt auf den Charme und die typischen Eigenarten der Bayern. Rosenmüller erweckte mit seinem Film die Regional-Komödie zu neuem Leben.

Platz 5: Wir sind die Neuen
Aus einer originellen Idee machte Regisseur Ralf Westhoff 2014 eine originelle WG-Komödie. "Wir sind die Neuen" erzählt von drei in die Jahre gekommenen Freunden, die nach langer Pause erneut eine Wohngemeinschaft gründen. Dabei treffen sie auf ein Trio einer ganz anderen, jüngeren Generation. Westhoff hat eine witzige Generationen-Komödie mit vielen zündenden Anspielungen auf das Alter gebastelt.

Platz 4: Ödipussi
Vicco von Bülow alias Loriot war in den 1980er Jahren ein beliebter Star beim deutschen Fernsehpublikum - und brachte Generationen zusammen! Als er dann 1988 auch noch selbst auf den Regiesessel Platz nahm, um einen Kinofilm zu drehen, war die Begeisterung groß. "Ödipussi" bot "Loriot auf großer Leinwand": weniger Spielfilm als Sketche am laufenden Band - ungeheuer witzig, aber auch sehr subtil.

Platz 3: Almanya - Willkommen in Deutschland
2011 drehten Nesrin und Yasemin Şamdereli nicht die erste, aber die bis heute erfolgreichste interkulturelle Komödie. "Almanya - Willkommen in Deutschland" greift gewichtige Themen wie Identität, Heimatgefühl oder Integration auf, behandelt diese aber auf witzige, ironische und angemessen alberne Art und Weise. Deutsche, Türken, Menschen mit Migrationshintergrund - alle kriegen ihr Fett ab.

Platz 2: Er ist wieder da
Lachen über Hitler - geht das? Roman-Autor Timur Vermes und auch Film-Regisseur David Wnendt beantworteten die Frage mit einem klaren Ja. Der Verfilmung des Bestsellers von Vermes gelang der heikle Spagat von Humor und dem Thema Nationalsozialismus. Wnendt vermischte Spiel- und Dokumentarszenen und trieb seine zum Teil bösen Späße mit deutscher Geschichte und der Führerfigur Adolf Hitler.

Platz 1: Good Bye, Lenin!
Auch ein anderes deutsches Geschichtsthema wurde zu einem unerwarteten Publikumserfolg. Regisseur Wolfgang Becker feierte 2003 mit seiner Ost-West-Komödie "Good Bye, Lenin!" einen verdienten Kino-Triumph. Wie der heranwachsende Alexander Kerner (Daniel Brühl) seiner am Sozialismus hängenden Mutter das Weiterleben der DDR vorgaukelt, ist von umwerfender Komik.

Autorin/Autor: Jochen Kürten

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06/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/eine-kulinarische-weltreise-durch-berlin-50-k%C3%BCchen-eine-heimat/a-38848355

Lebensart

Eine kulinarische Weltreise durch Berlin - 50 Küchen, eine Heimat

Die Geschmäcker der Welt zum Nachkochen: Die DW stellt im Special "50 Küchen, eine Heimat" Berliner Köche und Gastronomen vor, die Gerichte aus ihrer Heimat auftischen.

Berlin ist nicht nur eine der faszinierendsten Metropolen Europas, Berlin ist auch ein Schmelztiegel der Nationen: In der deutschen Hauptstadt leben Menschen aus über 180 Ländern. Sie alle bringen ein Stück ihrer Heimat mit - und einige eröffnen Restaurants und servieren Spezialitäten aus ihren Herkunftsländern. Wo ließe sich direkter und sinnlicher der Geschmack der Welt erleben als in den Küchen dieser Restaurants?

50 Küchen, eine Heimat ist der Titel eines einmaligen, crossmedialen Projektes, das eine TV-Serie, ein Online-Special sowie ein Buch umfasst. Vorgestellt werden 50 Berliner Restaurants, deren Köche oder Köchinnen Gerichte aus ihrer Heimat servieren. Zum Beispiel die in Zentralindien geborene Weltenbummlerin Aparna Aurora. Unzufrieden mit ihrem Job in der Modebranche, eröffnet sie 2014 das "Chutnify" im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, das authentische südindische Küche serviert.

50 Küchen, eine Heimat
Den Auftakt machte am 18. Mai das hochwertig gestaltete Paperback, das Restaurantführer und Kochbuch in einem ist. Außerdem gibt es zu jedem Rezept im Buch einen QR-Code. Der führt zum entsprechenden Kochvideo auf den Online-Seiten des DW-Specials, so dass sich der Nutzer die Zubereitung der Rezepte Schritt für Schritt ansehen kann. Das Buch und alle Videos sind zweisprachig - auf Deutsch und Englisch.

Gleichzeitig zum Buchlaunch, der in einer Abendveranstaltung in einem der teilnehmenden Restaurants gemeinsam mit allen beteiligten Gastronomen, dem Verlag und dem 50 Küchen-Team gefeiert wird, gehen die Online-Seiten der Deutschen Welle an den Start. Dort sind alle Videos und Rezepte sowie Hintergrundinformationen und Bildergalerien zu den Restaurants und dem jeweiligen Koch zu finden.

Seit 9. Juni 2017 zeigt die DW weltweit in der Sendung Euromaxx jeweils freitags eines der 50 Porträts von Berliner Köchen, Köchinnen und Gastronomen - auf Deutsch und Englisch. Jede Folge bietet Einblick in die aktuelle gastronomische Szene Berlins, stellt die manchmal abenteuerlichen Lebensumstände der Restaurantbesitzer vor und präsentiert ein spannendes Rezept aus einer der Küchen dieser Welt, das jeweils exklusiv für Euromaxx gekocht wird.

Berlin - Hauptstadt des Geschmacks

Von Ägypten bis Vietnam
Das zweisprachige Buch "50 Küchen, eine Heimat", entstanden in Zusammenarbeit mit dem Stadtmagazin "tip-Berlin", bietet Einblicke in die multikulturelle Gastro-Szene der deutschen Hauptstadt. Präsentiert werden die aufregendsten Restaurants und die spannendsten Rezepte. "50 Küchen, eine Heimat" ist auch der Titel für die ab 9. Juni auf Euromaxx weltweit im TV ausgestrahlte Serie.

50 Rezepte aus 50 Nationen
Das Buch stellt ausführlich 50 Rezepte vor, die in 50 Restaurants von Gastronomen aus 50 verschiedenen Ländern in Berlin serviert werden. Hier ein südindischer Crêpe des Restaurants Chutnify. Unter jedem Rezept befindet sich ein QR-Code, der, per Smartphone gescannt, zum entsprechenden Kochvideo auf den Online-Seiten der DW führt. So können Sie sich die Zubereitung Schritt für Schritt ansehen.

Von Köchen und Köchinnen
In der deutschen Hauptstadt leben Menschen aus über 180 Ländern. Sie alle bringen ein Stück ihrer Heimat mit nach Berlin, einige eröffnen Restaurants und servieren Spezialitäten aus ihren Herkunftsländern. Der Mensch hinter dem Rezept steht im Buch und in den TV-Beiträgen immer im Mittelpunkt. Wie Frank Anyangbe aus Nigeria.

Probieren erlaubt
Ob thailändisches Curry, wie es die Köchin Pratina Kross in ihrem Lokal "Dao by Meo" anbietet und in ihrer angegliederten Kochschule lehrt, Schweizer Klassiker wie "Zürcher Geschnetzeltes" oder baskische Haute Cuisine - die Rezepte und Kochvideos laden zum Nachkochen ein. Und machen Lust auf mehr!

Sterneküche über den Wolken
Im Berliner "Skykitchen" tischt der mit einem Michelin-Stern geadelte Alexander Koppe Kreationen wie Blumenkohl mit pochiertem Eigelb auf. Ein raffiniertes Rezept, das man in dem stylischen Feinschmeckerlokal mit Bar und Blick über die Hauptstadt genießen kann. Mit "50 Küchen, eine Heimat" kann man Koppes kreative deutsche Gerichte jetzt auch am eigenen Herd selbst zubereiten. Nach Anleitung.

Kochanleitung Schritt für Schritt
Jedes der 50 Rezepte im Buch hat eine entsprechende Online-Seite, die unter "www.dw.com/50kuechen" zu finden ist. Dort gibt es weitere Hintergrundinformationen zum Rezept, dem Restaurant und dem Land, aus dem das Gericht stammt. Per Kochvideo kann die Zubereitung Schritt für Schritt nachvollzogen werden.

Für jeden Geschmack etwas
Das iranische Restaurant Saray ist nur eines der 50 Lokale, die in "50 Küchen, eine Heimat" vorgestellt werden. Auf der kulinarischen Weltreise von Ägypten bis Vietnam präsentiert das DW-Magazin Euromaxx Kochkulturen aus fünf Kontinenten - alle versammelt in einer der spannendsten Metropolen Europas.

Von Streetfood bis Haute Cuisine
"50 Küchen, eine Heimat" zeigt, dass man nicht unbedingt Sternekoch sein muss, um gutes Essen zu servieren. Viele Quereinsteiger haben in der Berliner Gastroszene ihre Heimat gefunden. Und sie zelebrieren in der deutschen Hauptstadt den Geschmack ihres Herkunftslandes - ob ägyptisches Straßenessen oder französische Spitzengastronomie.

Beim Italiener um die Ecke
Stephanie Drescher und Uwe Schwarze waren für die DW in ganz Berlin auf der Suche nach den authentischsten Gerichten und ergreifendsten Lebensgeschichten hinter den Restaurants. (Autorin: Daniela Schulz)

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05/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/5-deutsche-traditionen-von-denen-sie-vielleicht-nicht-gedacht-h%C3%A4tten-dass-sie-offiziell-als-kulturerbe-gelten/a-39527700

THEMEN / Kultur - High Five

5 deutsche Traditionen, von denen Sie vielleicht nicht gedacht hätten, dass sie offiziell als Kulturerbe gelten

Weltweit fördert die Unesco nicht nur den Fortbestand von Baudenkmälern, sondern auch Brauchtümer und Traditionen. Was als schützenswert gilt, landet auf der Liste des immateriellen Kulturerbes.

Unesco-Weltkulturerbe: So dürfen sich die schönsten und eindrucksvollsten Stätten der Welt nennen. Gebäude wie der Tower of London oder die Chinesische Mauer. Anwärter für einen Platz auf der begehrten Liste gibt es in der Welt noch viele. So beraten in dieser Woche erneut 3000 Experten, welche Stätten in die engere Wahl kommen.

Hinterlassenschaften der Menschheit
Doch nicht nur Gebäude können Kulturerbe werden, die Unesco veröffentlicht in jedem Jahr auch eine Liste mit immateriellem Kulturerbe. Hinter diesem sperrigen Begriff verbergen sich Hinterlassenschaften der Menschheit, die sich nicht anfassen lassen, Traditionen aus der Alltagskultur. Das können Ausdrucksformen sein, wie der deutsche Knabenchor, Handwerkstechniken wie die Herstellung norddeutscher Reetdächer, Bräuche wie das weihnachtliche Sternsingen oder mündliche Überlieferungen wie die Grimmschen Märchen.

Traditionen schützen und bewahren
Sie alle werden von Generation zu Generation weitergegeben. Mit ihnen fühlen sich Menschen einer Gemeinschaft zugehörig. Die Unesco-Kommission will diese Traditionen schützen und bewahren. Seit 2003 kümmert sich die Organisation in rund 170 Staaten um den Erhalt des immateriellen Kulturerbes. Schafft es eine Tradition oder ein Brauchtum auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes, kann es auch Anwärter für die internationale Liste werden.

In Deutschland sind in diesem Jahr 34 neuen Traditionen hinzugekommen. Fünf davon stellen wir in unserem High Five Ranking vor.

High Five: Traditionen, die offiziell als Kulturerbe gelten

Märchenerzählen
Sie sind bei Groß und Klein auf der ganzen Welt bekannt: deutsche Märchen wie Rotkäppchen oder Aschenputtel, die im 19. Jahrhundert von den Gebrüdern Grimm gesammelt und aufgeschrieben wurden. Zuvor wurden die Sagen mündlich weitergegeben. Noch heute ist das Märchenerzählen eine Tradition in Deutschland und daher seit 2017 auch auf der Liste des nationalen immateriellen Kulturerbes.

Hebammenwesen
Eine der ersten Darstellung von Hebammen gab es bei den alten Ägyptern. Eine Tempelmalerei zeigt die Drillingsgeburt des Sonnengottes Re. Seit Jahrtausenden spielen Hebammen auf der ganzen Welt eine wichtige Rolle. In Deutschland wird ihr Wissen an Schulen von Generation zu Generation weitergegeben. Mehr als ein Beruf - eine schützenswerte Tradition, befand die deutsche Unesco-Kommission.

Poetry Slams
Nirgendwo in Europa sind sie so erfolgreich, wie in Deutschland. In fast jeder Stadt und sogar im ländlichen Raum gibt es Poetry Slams. Dabei treten Teilnehmer mit kurzen, selbstgeschriebenen Texten gegeneinander an. Womit die Popularität zu erklären ist? Womöglich, weil Dichterwettstreite in Deutschland eine jahrhundertelange Tradition haben: Schon im Mittelalter traten Poeten gegeneinander an.

Ostfriesische Teekultur
Das Ritual der Ostfriesen ist so speziell wie akribisch: Aus losen Blättern wird Tee gekocht und über ein Stück Kandiszucker, den "Kluntje", gegossen. Die Sahne wird dann mit einem gekonnten Schwung in den Tee gegeben, so dass sich eine kunstvolle Sahnewolke, die "Wulkje" bildet. Auch dieser kulinarische Brauch steht seit diesem Jahr auf der Liste des immateriellen Kulturerbes in Deutschland.

Skat
Man braucht drei Spieler, ein Blatt mit 32 Karten und ein dickes Fell. Denn Skat ist für viele Deutsche eine ziemlich ernste Angelegenheit. Seit mehr als 200 Jahren wird in Deutschland Skat gespielt. Seine Anfänge hatte es zwischen 1810 und 1820 im thüringischen Altenburg. Seitdem ist es aus Kneipen nicht mehr wegzudenken. Deutschlandweit gibt es schätzungsweise 20 Millionen Skatspieler.

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 04/07/2017

Quelle: http://www.dw.com/de/10-dinge-die-deutsche-besonders-lieben/g-38344279

Meet the Germans

10 Dinge, die Deutsche besonders lieben

Bier, Gartenzwerge und FKK - Wer denkt dabei nicht an Deutschland? Doch das Land hat mehr zu bieten: Hier sind zehn Dinge, in die Deutsche besonders vernarrt sind.
Gibt es etwas, das ein Land besser charakterisiert, als die Leidenschaften seiner Bewohner? Wohl kaum.

Bier trinken
Am Anfang die bekannteste Leidenschaft: Deutsche lieben Bier. Nur die Tschechen trinken durchschnittlich mehr als Deutsche. Dafür haben die Deutschen das Münchner Oktoberfest. Natürlich trinken nicht alle Deutschen Bier, aber es ist fester Bestandteil des deutschen Alltags. Jugendliche dürfen ab 16 Jahren legal Bier trinken, auch in der Öffentlichkeit.

Papierkram ablegen
Aktenordner sind eine deutsche Erfindung. Das erklärt vielleicht, warum Deutschen eine ordentliche Aktenablage so wichtig ist, auch privat. Sinnvoll ist es allemal, viele Dokumente braucht man hierzulande öfter, als man denkt. Papierlose Büros und Arbeitszimmer gibt es trotz zunehmend digitalisierter Aktenführung kaum. Es sammeln sich weiterhin Berge von Papier, die abgeheftet werden wollen.

Schnäppchen machen
In Deutschland kauft jeder beim Discounter ein - egal, ob arm oder reich. Für Menschen, die ständig auf der Suche nach Angeboten sind, gibt es das schöne deutsche Wort Schnäppchenjäger. Ein Bedürfnis, das scheinbar tief in vielen Deutschen schlummert, so dass auch der Werbeslogan "Geiz ist geil" seinen festen Platz im deutschen Sprachgebrauch gefunden hat.

Verreisen
Wenn man in abgelegenen Gegenden der Welt auf andere Touristen trifft, sind das oft Deutsche mittleren Alters in Hightech-Wanderkleidung. Deutsche lieben das Reisen und sind überall zu finden. Viele fahren gerne immer wieder an den gleichen Urlaubsort. Die spanische Insel Mallorca, kurz "Malle", ist eines dieser deutschen Reiseziele.

Schrebergärten
Wer doch nicht verreist, hat vielleicht das Glück, einen der 1,4 Millionen Schrebergärten in Deutschland sein Eigen zu nennen. Im Kleingarten kann man sich mitten in der Stadt erholen, seine Beete liebevoll pflegen, Gartenzwerge aufstellen und Grillparties organisieren. Schrebergärten sind auch bei jungen Deutschen beliebt. Jede Gartenkolonie hat dabei ihre eigenen, mitunter strengen Regeln.

Nacktbaden
Die deutsche Nudistenbewegung entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts - als erste weltweit. FKK (Freikörperkultur) war später vor allem in der DDR beliebt. Auch heute trifft man in Ostdeutschland häufig auf Menschen jeden Alters, die in Parks oder am Strand nackt Sonne und Natur genießen.

Verkehrsregeln beachten
Menschen, die meinen, sie könnten in Deutschland auch bei Rot über die Straße gehen oder radeln, wenn kein Auto in Sicht ist, seien vorgewarnt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass einem laut "Es ist Rot!" hinterher gerufen wird. Fehltritte im Straßenverkehr werden hierzulande von anderen Verkehrsteilnehmern gerne sofort und lautstark angeprangert.

Stammtisch besuchen
Der Stammtisch ist ein für regelmäßige Gäste reservierter Kneipentisch. Hier treffen sich Vereinsmitglieder zum Diskutieren, andere spielen Karten - gerne Skat. Waren es früher vor allem Männergruppen, die zusammen kamen, gibt es Stammtische in deutschen Lokalen inzwischen für Treffen fast jeder Art, und alle gehen hin: Von der Strickgruppe über den Literaturclub bis zur Bürgerinitiative.

"Tatort" gucken
Jeden Sonntagabend sitzen fast zehn Millionen Menschen in Deutschland vor dem Fernseher und gucken "Tatort". Die Kult-Krimireihe gibt es seit 1970, sie spielt abwechselnd in unterschiedlichen Städten mit verschiedenen Kommissaren. Heutzutage ist es zunehmend beliebter geworden, "Tatort" in der Gruppe zu gucken - zu Hause oder in der Kneipe - siehe auch "Stammtisch besuchen".

Kuchen essen
Die Briten haben ihre "Teatime", die Deutschen lieben ihre Kuchenzeit am Nachmittag - und nicht nur am Wochenende. Kuchen essen geht bei vielen Deutschen fast jeden Tag. Auch wer Geburtstag hat, bringt den Kollegen Gebackenes mit zur Arbeit. Kleine Geburtstagskinder verspeisen zum Frühstück ihr erstes Kuchenstück und bringen Geburtstagskuchen mit in die Schule. Noch ein Stückchen gefällig?

Auch wenn nicht alle Deutschen in Schrebergärten, Schnäppchenjagd oder Tatort vernarrt sind - diese Leidenschaften sind fest in der deutschen Alltagskultur verankert. Bei einem Besuch in Deutschland wird man früher oder später Menschen treffen, deren Herz daran hängt.
Unsere Galerie zeigt zehn Leidenschaften, die viele Deutsche lieben. Wer ein elftes sucht, dem könnte Fußball einfallen. Welche deutschen Leidenschaften kennen Sie noch? Folgen Sie uns auf Twitter unter @dw_kultur und lassen Sie es uns wissen mit #MeettheGermans.

Noch mehr Inhalte über Deutsche, ihre Sprache und Traditionen, Eigenheiten und Alltagskultur finden Sie auf unserer Seite dw.com/MeettheGermans_de.

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