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Nave dei folli

L'Istituto di Cultura Italo-Tedesca / Goethe-Zentrum Verona

invita al concerto scenico in lingua tedesca e italiana

"Das Narrenschiff" - "La Nave dei Folli" 

Szenisches Konzert von Sebastian Brant bis Martin Luther

Literarisches Konzert mit Commedia Nova
Deutsch-Italienisches Duo für Musik und Theater / Duo italiano-tedesco per musica e teatro

venerdì 28 aprile 2017 ore 11.30

Teatro “Don Nicola Mazza”- Ingresso: Via S. Carlo 9 - Verona

Durata: 60 min. -  ingresso libero

http://www.veronaeconomia.it/2017/04/26/leggi-notizia/argomenti/economia-veronese/articolo/al-goethe-zentrum-istituto-di-cultura-italo-tedesca-verona-due-eventi-importanti.html

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Programma di sala.

Bultmann2

Sebastian Brants „Narrenschiff" von 1494 ist eines der ersten weltlichen großen Buchprojekte des noch jungen Buchdrucks und der größte europäische „Bestseller" seiner Zeit. Erschienen in Basel, wurde das Werk binnen weniger Jahre ins Lateinische, Englische, Französische, Niederländische und Niederdeutsche übersetzt. Die 112 Kapitel des Buches waren mit zahlreichen Holzschnitten unter anderem von Albrecht Dürer illustriert.

Im Kostüm und aus dem Mund des Narren formuliert Brant seine moralisch-ethischen Anliegen auf satirische Art und in leicht verständlichen Versen. Ausgewählte Kapitel aus dem Werk werden in hochdeutscher und italienischer Übersetzung in diesem szenischen Konzert vorgestellt. So geht es um vermeintlich überflüssiges Bücherwissen, ungesunden Reichtum, Schwatzhaftigkeit, Selbstgefälligkeit oder mangelnde Vorbereitung auf den Tod.
Am Ende steht ein Epilog über Martin Luther, der in seinen ersten Schriften ebenfalls die „Narrenfreiheit" für sich in Anspruch nimmt.

Begleitet wird die Rezitation von Tanz, Pantomime, Gesang und historischen Instrumenten wie Harfenpsalterium und Einhandflöte sowie Musik der Zeit z.B. aus den Carmina burana, dem Wienhäuser Liederbuch oder den Gesängen des Oswald von Wolkenstein.

Es spielt das Duo für Musik und Theater Commedia Nova mit dem italienischen Schauspieler Daniele Ruzzier und der deutschen Musikerin Gabriele Bultmann.

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"La nave dei folli" di Sebastian Brant, scritta nel 1494, è una delle grandi opere secolari uscite dalle primissime stampe. Risulta infatti essere il più grande successo europeo letterario del suo tempo. Pubblicata a Basilea, l'opera venne tradotta in pochi anni in latino, inglese, francese, olandese e basso tedesco. I 112 capitoli del libro erano illustrati con numerose incisioni su legno di artisti, tra cui figura Albrecht Dürer.

Nei costumi e per bocca del folle, Brant formula il suo intento morale-etico in modo satirico e in versi facilmente comprensibili. Capitoli scelti dell'opera vengono presentati in questo concerto scenico in lingua alto-tedesca e in traduzione italiana. Si tratta così di un sapere libresco apparentemente superfluo, di ricchezza malsana, supponenza, autocompiacimento o mancata preparazione alla morte. Alla fine troviamo un epilogo su Martin Luther, il quale nei suoi primi scritti pretende che il "Narrenschiff" risulti dalla sua penna.

La recitazione viene accompagnata da danze, pantomima, canto e strumenti storici, quali il salterio e il flauto a una mano, come pure da musiche del periodo dei Carmina Burana e del libro dei canti Wienhäuser o da canti di Oswald von Wolkenstein.

Il concerto scenico è rappresentato dal duo italiano-tedesco per musica e teatro con l'attore italiano Daniele Ruzzier e la musicista tedesca Gabriele Bultmann.

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Vom guten und vom bösen „Narrsein"

Mittelalterliche Klänge und künstlerische Tanzeinlagen vereint in einem szenischen Konzert: das Goethe-Zentrum Verona lädt ein. (28. April 2017)

Was haben Sebastian Brants „Narrenschiff", Martin Luther und ein deutsch-italienisches Bühnenduo gemeinsam? Wer der Einladung des Goethe-Zentrums gefolgt ist, könnte wohl eine Antwort geben. Im Programm: die satirische Inszenierung einiger Kapitel Brants moralisch-ethischer Anliegen gefolgt von einem Dialog zwischen Philipp Melanchthon und Katherina von Bora über das Wirken und Schaffen des Martin Luther.

DuoDas Teatro Don Mazza öffnet diesmal schon morgens seine Türen und das hat auch seinen Grund. Eingeladen sind nämlich verschiedene Schulklassen der vierten und fünften Oberstufe. Dem sichtlich jungen Publikum steht ein Bühnenbild gegenüber, welches ein älteres Jahr schreibt: eine Kerze, eine Vase, zwei Tische und mehrere Instrumente. Es führt zurück in die letzten Jahre des Mittelalters und in die sich ankündigende Renaissance.

„Es ist eine ganz besondere Epoche, die, die das Mittelalter verabschiedet und die Renaissance einleitet", erklärt Ursula Swoboda in ihrer Begrüßungsrede. „Der Buchdruck bringt die Bücher in die Häuser und somit auch in die Köpfe der Menschen." Es ist, laut Ursula Swoboda, eine „hervorragende Art und Weise Kultur zu verbreiten". Die Direktorin des Goethe-Zentrums bedankt sich mit lobenden Worten bei allen Professoren für ihre Initiative und bei allen Schülern für die ihre Teilnahme.

Auch Gabriele Bultmann, eine der zwei Hauptdarsteller, begrüßt mit einigen Worten. „Es geht um das Verrücktsein, welches manchmal gut und oft auch böse sein kann". Mehr verrät sie aber nicht - für die Suspense, wohlgemerkt, - und die Aufführung beginnt.

„Von unnützen Büchern" ist das erste Anliegen von Sebastian Brant. Daniel Ruzzier trägt vor, in Wort und Tanz, auf altdeutsch und mit italienischer Übersetzung. Gabriele Bultmann übernimmt die musikalische Begleitung, denn wo Worte nicht reichen, muss gespielt werden und gesungen. Vom "unnützen Reichtum", der „Selbstgefälligkeit" bis hin zum „vielen Schwatzen", lässt Brant kein unethisches „Narrsein" aus. Die beiden Künstler tragen insgesamt neun Szenen vor und jede Einzelne davon hat ihre Besonderheit.

Weil das Narrsein jedoch auch seine guten Seiten hat, folgt auf Brants Auflistung nun die zweite Szene. Eine Sichtweise von Martin Luther, nacherzählt von Katherina, seiner Frau, und Melanchton, einem guten Freund. Nostalgisch erinnern sie sich an die Zeit mit Martin.

„Martinus hat mit Paulus gesprochen: du sollst ein Narr werden, um weise zu sein". Sie sprechen über einen Brief, von Martin geschrieben, an den christlichen Adel deutscher Nation. Marinus wollte sich die Narrenkappe aufsetzen. Wer sie trägt darf die Wahrheit sagen ohne bestraft zu werden. Nicht alle Narren dienen also dem schlechten Beispiel, oft kann man durchs Närrischsein das Gute erkennen."

Katharina, auch sie verfolgt wegen ihres Glaubens und noch trauernd um ihren verstorbenen Ehemann, spricht von Kummer und Angst, zwischen Pest und Verfolgung. Es gibt jedoch Hoffnung: eine beeindruckende Intellektuelle aus jener Zeit. Aus Italien stammend und wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgt, lehrt sie lateinische und griechische Sprache, zunächst in Italien und später in Deutschland. Olimpia Morata, eine mutige junge Frau, ein Sinnbild für die Verbreitung von Kunst, Sprache und Kultur, für ein Volk, welches in der Bibel lesen darf, frei und ohne Angst vor Bestrafung.

Ein Schiff voller Narren, eine Gruppe von Protestanten, eine junge italienische Intellektuelle, und dies alles vereint – in einem Theater. Es ist wohl diese Erkenntnis, welche Ruzzier mit seinen abschließenden Worten den Schülern mit auf den Weg geben möchte. Das Theater, mit all seinen Ausdrucksformen, vom Hofnarrensein bist zum kirchlichen Ritual ist die ehrlichste Art und Weise auszudrücken was in uns liegt.

Und was wollten Ruzzier und Bultmann wohl mit ihrem Theater vermitteln? Was können wir aus diesen mittelalterlichen Texten in unsere Zeit mitnehmen? Alles, oder nun ja, fast alles. Es ändern sich nämlich die Zeiten, nicht jedoch die Untugenden des Menschen. Wenn Brant über „Selbstgefälligkeit" klagt, was hätte er wohl zu unserer „Selfie-Generation" gesagt? Und von „unnützem Konsum", können wir davon nicht auch ein Liedchen singen?

Das Bühnenduo überzeugt nicht nur mit einer hervorragenden Performance in Tanz, Musik und Rezitation, sondern auch, und vor allem, mit interessanten Gedanken und Ideen, die sie am Ende der Inszenierung mit den Schülern teilen. Die Schüler verlassen den Theatersaal, einige deutlich angetan, andere eher irritiert. Ganz „normal" war sie nun einmal nicht diese Zeitreise ins 15. Jahrhundert. Vergessen wird sie aber wahrscheinlich niemand so schnell, schließlich sind es meist die „närrischen" Geschichten, die uns in Erinnerung bleiben.

Verona, 28.4.2017

 

 

 

 

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